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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Als Frau auf dem Bau

Als angehende Maurerin unter Männern

Veronika ist eine zierliche junge Frau. Sie ist nicht allzu groß und wiegt nicht viel. Wer nach dem Äußeren urteilen würde, käme nie auf den Beruf der 19-Jährigen. Veronika lernt Maurerin. Dabei geht sie mit schweren Lasten und Beton um wie die Jungs.

Veronika befestigt Baustoffe an einem Kranhaken.
Privat
Veronika erlernt ihren Wunschberuf in einer typischen Männerdomäne.

Auf ihren Ausbildungsberuf ist die Baden-Württembergerin durch ein Praktikum während ihrer Schulzeit gekommen. "Ich bat meinen Vater, der Maurermeister ist, mir bei der Suche nach einem Betrieb zu helfen." Bei dem Baubetrieb Karl Köhler GmbH, den er vorschlug, machte Veronika Nägel mit Köpfen: Die 19-Jährige sicherte sich ein Praktikum und hatte solchen Spaß an der Arbeit als Maurerin, dass sie beschloss, den Beruf zu erlernen.

Arbeiten wie die Jungs

Inzwischen ist ein Jahr der Ausbildung verstrichen. Veronika arbeitet auf der Baustelle mit wie ihre männlichen Kollegen auch. Sie schalt Wände ein, betoniert, verlegt Dämmungen und baut Aussparungen zusammen. Angeleitet wird sie von ihrem Ausbilder. "Der ist für mich zuständig und weist mich in meine Aufgaben ein", erklärt sie.

Eine Maurerin beim Anmischen von Mörtel in einer Mörtelmaschine.
Auf der Baustelle muss man körperlich harte Arbeiten verrichten.
Eine Maurerin hebt einen Sack mit Zementmischung.
Richtige Hebetechniken erleichtern die Arbeit.

Hilfe nur bei schweren Brocken

Die Arbeit auf der Baustelle ist körperlich richtig hart. Doch Veronika erledigt ihre Aufgaben trotzdem selbstständig. "Man kriegt ja mit der Zeit auch Kraft und erlernt Techniken, mit denen man besser heben kann", sagt die 19-Jährige.

Nur manchmal braucht sie dennoch Hilfe. Zum Beispiel, wenn sie einen vollen Betonkübel, der am Kran hängt, abfangen soll. "Und auch vor Kreissägen und Winkelschleifern habe ich Respekt und frage, ob mir ein Mann helfen kann", gesteht sie. "Aber ich arbeite daran und übe."

Schüchternheit geht gar nicht

Nur wer Ehrgeiz zeigt und die Zähne zusammenbeißen kann, wird auf der Baustelle auch ernst genommen, das weiß Veronika inzwischen. "Und man darf auf keinen Fall schüchtern sein", sagt die 19-Jährige. "Auf dem Bau kriegt man schnell mal einen blöden Kommentar. Da muss man etwas erwidern können."

Sie selbst hat das anfangs auch Überwindung gekostet. Aber der Lohn ist die Mühe allemal wert: "Ich werde von meinen männlichen Kollegen als vollwertige Arbeitskraft anerkannt", sagt Veronika stolz.

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Stand: 21.07.2010
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