Arbeits- und Ausbildungszeugnis
Zeugnissprache - was steckt dahinter?
Bewertungen in deinem Ausbildungszeugnis dürfen nicht negativ formuliert sein, müssen aber der Wahrheit entsprechen. Deshalb hat sich eine Art "Geheimsprache" entwickelt. Was sich hinter den Codes verbirgt, erfährst du hier.
Arten & Aufbau von Ausbildungszeugnissen
Man unterscheidet ein einfaches und ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis. Das erste enthält keine Leistungsbeurteilung. Ansonsten folgt der Aufbau einem bestimmten Schema:
- Einleitung (dein Name, Geburtsdatum, Ausbildungsbeginn usw.)
- Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung
- Leistungsbeurteilung
- Sozialverhalten
- Prüfungszeitraum (Zwischen-/Abschlussprüfung)
- eventuelle Übernahme
- Schlussformel (z.B. Dank für die Zusammenarbeit)
Du solltest in jedem Fall ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis verlangen, da es aussagekräftiger für deine folgenden Bewerbungen ist.

- Achte auf die Formulierung in deinem Ausbildungszeugnis.
Formulierungen im Zeugnis
Die Formulierungen in der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung richten sich häufig nach Zeugnisnoten von eins bis sechs. Die Übersetzung sieht folgendermaßen aus:
Note 1 = "… stets zu unserer vollsten/außerordentlichen Zufriedenheit …"
Note 2 = "… stets zu unserer vollen Zufriedenheit …"
Note 3 = "… zu unserer vollen Zufriedenheit …"
Note 4 = "… zu unserer Zufriedenheit …"
Note 5 = "… im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit …"
Note 6 = "… hat sich bemüht, die übertragenen Aufgaben zu erledigen …"
In die Leistungsbeurteilung fließen u.a. deine Ausbildungsbereitschaft, Ausbildungsbefähigung, Fertigkeiten und Kenntnisse, Lern- und Arbeitsweise, Arbeitsergebnisse und besondere Fähigkeiten ein.
Andere Codes können sein: "Sie/Er hat ihre/seine Aufgaben ordnungsgemäß erledigt." - das heißt soviel wie: "Sie/Er hat keine Eigeninitiative entwickelt." Fehlen bestimmte Aspekte im Zeugnis, z.B. die Bewertung deines Verhaltens, kann das auf eine negative Beurteilung deines Verhaltens hindeuten. Das solltest du klären - da es vorkommen kann, dass der Abschnitt einfach vergessen wurde.
Achtung: Warst du z.B. länger krank oder hast eine Behinderung, dann darf das nicht in deinem Zeugnis stehen!

- Besprich dein Zeugnis bei Unklarheiten z.B. mit deiner Ausbilderin.
Unzufrieden mit deinem Zeugnis?
Sollte dein Zeugnis falsche Angaben enthalten, kannst du ein neues verlangen. Ebenso hast du die Möglichkeit, Änderungswünsche in dein Zeugnis einzubringen.
Dazu solltest du dir jedoch überzeugende Argumente überlegen und diese bei deiner Ausbilderin oder deinem Ausbilder vortragen. Schließlich musst du das Zeugnis deinen kommenden Bewerbungen beifügen - und zukünftige Arbeitgeber beherrschen die verdeckten Codes.














