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Veröffentlicht am
18.03.2009
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Arbeitsort Altenpflegeheim

"Wer den Job nicht ernst nimmt, liegt falsch!"

Sabine Öhlmann ist 51 Jahre jung und seit über 30 Jahren in der Altenpflege. Als Praxisanleiterin hat die Hamburgerin Generationen von Schülern und Schülerinnen ausgebildet. Dabei stellt sie immer wieder fest: Die Altenpflege ist ein Berufsfeld, dessen Anforderungen oft unterschätzt werden.

Hand eines Pfleger cremt den Rücken einer alten Dame ein.
Menschen werden heute immer älter. Die Altenpflege ist deshalb ein Beruf mit Zukunft.

Die letzte Lebensphase begleiten

"Viele denken, der Job eines Altenpflegers sei nur, mit den alten Leuten spazieren zu gehen, Spiele zu spielen, ihnen vorzulesen und ein bisschen beim Waschen zu helfen", sagt Sabine Öhlmann und schüttelt den Kopf. Dabei bedeutet Pflege viel mehr. "Ein Seniorenheim ist der letzte feste Wohnsitz vor dem Tod", sagt die 51-Jährige. Viele Menschen, die dort einziehen, sind bereits Pflegefälle oder haben eine Demenzerkrankung.

Pflege und Verwaltung

Der Umgang mit diesen verwirrten oder bettlägerigen Menschen fordert viel: Hilfe beim Waschen, das Verabreichen von Injektionen oder das Reichen von Mahlzeiten. Außerdem fallen im Seniorenheim hauswirtschaftliche Aufgaben an. Und es müssen Formulare und Checklisten zur Dokumentation der Pflege ausgefüllt werden. Denn die Krankenkassen bezahlen nur, was ordnungsgemäß verzeichnet ist.

Respekt vor Alter und Lebensleistung

Pflegerin betrachtet mit Heimbewohnerin Balkonblumen.
Alte Menschen haben andere Interessen und Erfahrungen als junge: das verlangt viel Einfühlungsvermögen.

All diese Tätigkeiten müssen vom Pflegepersonal mit Respekt vor dem einzelnen Menschen ausgeführt werden. "Die Generation, die heute im Heim ist, hat Weltkriege miterlebt, hat gehungert und gefroren und hart gearbeitet. Ich erwarte, dass meine Auszubildenden das verstehen", sagt Sabine Öhlmann.

"Im Grunde ist hier deshalb jede persönliche Stärke, die die Pfleger/innen mitbringen, nützlich", meint die 51-Jährige. Unverzichtbar sind Kommunikationsfähigkeit und Gespür für die Situation der Menschen. Die Heimbewohner sollen nicht das Gefühl haben, Ihren Pflegern eine Last zu sein.

Ein Beruf für Verantwortungsbewusste

"Dieses Gefühl zu vermitteln, schafft niemand, für den die Altenpflege nur ein Job ist", weiß Sabine Öhlmann. Sie wählt deshalb schon in der Bewerbungsphase sorgfältig aus. "Wer sich in der Probezeit als unzuverlässig und unpünktlich erweist oder die Arbeit nicht Ernst nimmt, der fliegt auch", sagt die Praxisanleiterin.

Damit Jugendlichen ein Ausbildungsabbruch erspart bleibt, rät sie deshalb zu gründlicher Information. Nicht nur in Büchern oder im Internet, sondern am besten bei einem richtigen Praktikum.  

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