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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Arbeitsort Orthopädiewerkstatt

Respekt für Patienten

In der Orthopädiewerkstatt des Sanitätshauses Pfeuffer & Co. in Nürnberg herrscht reges Treiben. Mittendrin steht der 17-jährige Manuel und arbeitet konzentriert. planet-beruf.de hat ihn und seinen Ausbilder in der Werkstatt besucht.

Einige Mitarbeiter des Sanitätshauses arbeiten in der Orthopädiewerkstatt.
In der Orthopädiewerkstatt herrscht immer reges Treiben.

Eingespieltes Team

Manuel steht in der Werkstatt und zeigt einen Kunststoff-Schaft.
Manuel macht eine Ausbildung als Orthopädiemechaniker und Bandagist.

Im Empfangsbereich des Sanitätshauses spricht eine Angestellte ruhig mit einem Patienten. Dagegen wirkt die Orthopädiewerkstatt wie ein Bienenschwarm. Insgesamt 10 Mitarbeiter arbeiten hier. Von der Praktikantin über den Azubi und den Gesellen bis zum Meister sind fast alle in einem Raum.

"Ohne Teamarbeit geht hier eigentlich gar nichts", lacht Tobias Gruber. Der 35-jährige Orthopädietechnikermeister ist zuständig für die Ausbildung im Beruf "Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in".

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Manuel und zwei Kollegen ziehen eine Folie über ein Gipsmodell.
Teamarbeit ist Trumpf!

Gips bearbeiten und Kunstharz gießen

Manuel, im ersten Ausbildungsjahr, bearbeitet in einem Nebenraum einen Kunststoff-Schaft für einen beinamputierten Patienten. "Der Schaft ist der Teil, der später auf den Beinstumpf gesetzt wird", erklärt er. Anhand eines Gipsmodells mit den Maßen des Patienten wird der Schaft aus Kunstharz gegossen.

"Über das Gipsmodell ziehe ich Kunststoff-Folie als Isolierung, darüber kommt ein Kohlefaserstoff und dann die nächste Folie. Zwischen die beiden Folienwände gieße ich Kunstharz. Wenn ich die Luft durch Unterdruck aus der Schicht herausziehe, saugt sich Kohlefasergewebe mit Kunstharz voll und härtet innerhalb einer halben Stunde aus." Das Gießen macht Manuel sichtlich Spaß.

Vielfältigkeit ist Trumpf

Neben der Arbeit mit unterschiedlichen Materialien und Hilfsmitteln gehört der Umgang mit Patienten zum Beruf. Tobias Gruber: "Das Besondere ist die Vielfältigkeit - jeder Patient ist anders, man muss auf jeden Menschen individuell eingehen."

Auch Manuel wollte in seinem zukünftigen Beruf unbedingt Menschen helfen. Nach einigen Probearbeiten bei einem Physiotherapeuten machte er ein Praktikum in der Orthopädiewerkstatt seines heutigen Ausbildungsbetriebs. Er bewarb sich um eine Ausbildung und hatte prompt Glück. "Nach dem Praktikum wussten wir ja, was wir an ihm haben", lacht Herr Gruber.

Tobias Gruber steht in der Werkstatt und zeigt eine Prothese.
Orthopädietechnikermeister Tobias Gruber.

Handwerkliches Geschick gefragt

Herr Gruber legt bei zukünftigen Auszubildenden Wert auf handwerkliches Können: "Alle Bewerber arbeiten Probe. An ein paar kleinen Werkstücken überprüfen wir, wie ausgeprägt ihr handwerkliches Geschick ist. Darüber hinaus ist ein freundliches Wesen aufgrund des Kundenkontaktes extrem wichtig."

Auch wenn Manuel im ersten Ausbildungsjahr meistens in der Werkstatt tüftelt, ist er sich dessen durchaus bewusst: "Man arbeitet ja viel mit Menschen, die gesundheitliche Probleme haben. Wer mit dem Anblick eines Beinstumpfs nicht klarkommt, ist in diesem Beruf fehl am Platz. Die Patienten verdienen Respekt."

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Stand: 07.07.2010
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Der Beruf "Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in" im Filmportal der Bundesagentur für Arbeit:

Orthopädie-
mechaniker/in und Bandagist/in
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