Ausbildung mit Hörbehinderung
Lärm ist kein Problem
Die gehörlose Sarah macht eine Ausbildung zur Buchbinderin. An ihrem Arbeitsplatz hat sie keine Probleme, sich zu verständigen - schließlich beherrscht sogar ihr Chef die Grundlagen der Gebärden.

- In der Druckweiterverarbeitung arbeitest du oft an lauten Maschinen und Anlagen.
Aus Buchbinder wird Medientechnologe
Sarah macht eine Ausbildung zur Buchbinderin der Fachrichtung Druckweiterverarbeitung (Serie). Dieser Beruf wurde neu geordnet und heißt seit 1. August 2011 "Medientechnologe/-technologin Druckverarbeitung".
In Sarahs Ausbildungsbetrieb, dem Bonner Druck- und Verlagsunternehmen "SP Medienservice" ist sie eine von insgesamt 16 Auszubildenden mit Hörbehinderung. Die Jugendlichen können hier zwischen drei Ausbildungsberufen wählen: Mediengestalter/in, Medientechnologe/-technologin Druck und Buchbinder/in (jetzt: Medientechnologe/-technologin Druckverarbeitung).
Die sechs gehörlosen Buchbinder-Azubis werden von Dimitri betreut, der die Buchbinderei leitet. Mit ihm hat alles angefangen. Dimitri war vor sieben Jahren einer der ersten gehörlosen Auszubildenden im Betrieb. "Er wurde uns durch den Integrationsfachdienst Köln vorgestellt. Nach einem Praktikum habe ich ihm eine Ausbildung angeboten. Er war einer der besten Buchbinder-Azubis, die ich in meiner gesamten Zeit ausgebildet habe", erinnert sich Sascha Piprek, Inhaber des Unternehmens. Nach dieser guten ersten Erfahrung beschloss er, auch anderen Jugendlichen mit Hörbehinderung eine Chance zu geben.
Falzmaschinen bedienen

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PrivatSarah ist gehörlos und arbeitet in der Druckweiterverarbeitung.
Sarah hat trotz Gehörlosigkeit ihren Realschulabschluss mit Qualifikation an einer Gesamtschule gemacht. Von einer Bekannten hat sie von der Ausbildungsmöglichkeit in Sascha Pipreks Unternehmen erfahren. Kurz darauf hat Sarah dort ein Praktikum absolviert. "Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil mir die Arbeit viel Spaß gemacht hat", schreibt sie. Mittlerweile ist sie im zweiten Ausbildungsjahr. "Ich bediene Maschinen zum Falzen oder stelle Broschüren her", schildert sie ihre Tätigkeiten und fügt hinzu: "Wichtig sind für meinen Beruf Genauigkeit, Schnelligkeit, gute mathematische Kenntnisse und Teamfähigkeit."
Gebärden sind hilfreich
An ihrer Ausbildungsstelle schätzt Sarah ganz besonders, dass sie mit ihren Kolleginnen und Kollegen gut kommunizieren kann. "Hörende und Gehörlose verständigen sich im Betrieb mithilfe von einzelnen Gebärden. Das ist in dem ständigen Maschinenlärm in der Halle viel praktischer", erklärt Sascha Piprek, der selbst schon ganz gut gebärden kann. So ist in seiner Druckerei Sarahs Gehörlosigkeit bei der Arbeit nicht hinderlich, da viel über Zeichensprache kommuniziert werden kann.
Ausbildungsberufe für Menschen mit Hörbehinderung
Jugendliche mit Hörbehinderung können jeden Ausbildungsberuf wählen, der zu ihren Interessen und Fähigkeiten passt. Dabei erhalten sie, wenn nötig, technische Hilfen oder eine Betreuungsmöglichkeit durch eine Person.
Einer Bewerbung um einen Ausbildungsberuf im dualen System steht also nichts im Wege!













