Ausbildungsmarkt: unbesetzte Lehrstellen
Berufe mit geringen Bewerberzahlen - eine Chance für Ihre Schüler/innen?
Jedes Jahr sind Schlagzeilen zum Thema Lehrstellenmangel zu lesen. Weniger bekannt ist, dass gleichzeitig Lehrstellen unbesetzt bleiben bzw. nicht besetzt werden können. Hier bekommen Sie einen Überblick über Berufe, in denen 2008 Ausbildungsplätze frei geblieben sind.

- Der 1. Platz - für viele Jugendliche bedeutet er einen Ausbildungsplatz in den Top-Ten der Wunschberufe.
Ein Lehrstellenmangel, also einen Überhang an Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerbern im Verhältnis zu den angebotenen Ausbildungsplätzen, zeigt sich häufig in den Top-Ten der Wunschberufe jugendlicher Schulabgänger/innen.
Zu diesen gehören unter anderem die Berufe Bürokaufmann/-frau, Verkäufer/in, Industriekaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Koch/Köchin. Diese Lieblingsberufe finden sich auch in den Top-Ten der angebotenen Ausbildungsstellen wieder. Allerdings bewerben sich hier oft drei- bis viermal mehr Bewerber/innen, als Lehrstellen zur Verfügung stehen.
Berufe mit freien Ausbildungsplätzen
In der Liste der im Ausbildungsjahr 2007/2008 noch freien Ausbildungsstellen finden sich z.B. Metallberufe wie Zerspanungsmechaniker/in oder Kfz-Mechatroniker/in. Auch in den Berufen Restaurantfachmann/-frau, Fachkraft im Gastgewerbe oder Steinmetz/in blieben Ausbildungsplätze unbesetzt.
Auf der einen Seite gibt es also einen Ansturm auf bestimmte Berufe, bei denen viele Ausbildungsplatzsuchende allein aufgrund der begrenzten Anzahl von verfügbaren Lehrstellen im Verhältnis zur Zahl der Bewerber/innen leer ausgehen müssen. Andererseits bleiben in bestimmten Berufsfeldern - zu nennen wären hier beispielsweise der Hotel- und Gaststätten- oder der haus- und ernährungswirtschaftliche Bereich - häufig Lehrstellen unbesetzt.
Gründe für unbesetzte Lehrstellen
Während Unternehmen als Grund für die nicht zu besetzenden Lehrstellen häufig die mangelnde Ausbildungsreife der Bewerber/innen angeben, spielen bei den Jugendlichen für die Bewerbung um einen bestimmten Ausbildungsplatz häufig folgende Überlegungen eine Rolle:
Nach wie vor orientieren sich die Jugendlichen bei der Wahl einer Ausbildung sehr stark an den Berufen, die ihnen selbst bekannt sind oder zu denen ihnen Eltern, Freunde oder Bekannte raten. So konzentriert sich dann ein Großteil der Bewerberinnen und Bewerber auf eine begrenzte Zahl an Ausbildungsplätzen in derselben Branche.
Hinzu kommt, dass das Angebot an Ausbildungsplätzen in bestimmten Berufen regional ganz unterschiedlich ausgeprägt ist und strukturell bedingt oft auch sehr begrenzt sein kann.
Jugendliche haben allerdings häufig noch einen starken regionalen Bezug und - damit einhergehend - eine eher geringe Mobilitätsbereitschaft. Daher kommt für sie ein Umzug wegen einer Ausbildung in einer anderen Stadt oder Region oft nicht infrage - selbst wenn dort möglicherweise noch freie Ausbildungsplätze im angestrebten Beruf zur Verfügung stehen.
Weitere Faktoren bei der Berufswahl sind zudem die zu erwartende Höhe des Einkommens und die soziale Orientierung, also "mit Menschen" zu arbeiten. In den Augen vieler Jugendlicher haben bestimmte Berufstätigkeiten, z.B. Reinigungs- und Entsorgungsberufe, eine eher niedrige Attraktivität. Diese basiert häufig auf der Annahme, dass die oben genannten Faktoren dort nicht erfüllt werden. Solche Ausbildungsberufe kommen daher eher selten in die engere Auswahl.
Den Horizont erweitern
Um Berufe mit freien Ausbildungsplätzen, bei denen oft auch die Bewerberzahlen niedrig sind, in das Bewusstsein der Jugendlichen zu rücken, sind vor allem gezielte Informationen dazu wichtig.
Über das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das die jährlichen Zahlen zur Ausbildungsmarktstatistik herausgibt - auch jene über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge oder unbesetzte Ausbildungsplätze -, kann die konkrete Ausbildungssituation für einzelne Berufsbereiche in Erfahrung gebracht werden.
Einen ersten Überblick über die zentralen Anforderungen, Aufgaben und Tätigkeiten eines Berufs mit freien Ausbildungsplätzen können Sie im Schülerportal in der Rubrik Berufe finden >> Berufe von A bis Z in den BERUFENET-Kurz-Beschreibungen gewinnen.
Es lohnt sich also, Ihre Schülerinnen und Schüler mit bisher unbekannten Berufsfeldern oder -bezeichnungen vertraut zu machen sowie Vorurteile gegenüber bestimmten Berufen abzubauen. Dadurch erweitert sich für die Jugendlichen der Horizont ihrer möglichen Berufswelt, was auch die Chance erhöht, einen freien Ausbildungsplatz zu finden.












