Berufe der Zukunft: Umweltberufe
Die Zukunft ist grün
Angesichts zur Neige gehender fossiler Energiereserven sowie der fortschreitenden Klimaerwärmung und deren Folgen findet ein Umdenken in der Gesellschaft statt: Grün - das heißt der Umstieg auf regenerative Energien, auf energiesparende und umweltschonende Produktionsverfahren - scheint der richtige Weg zu sein. Auch die Nachfrage nach grünen Berufen steigt.
Gerade Haupt- und Realschülern und -schülerinnen öffnen sich mit den so genannten umwelttechnischen und energiebezogenen Berufen neue Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

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PrivatDr. Hahne vom BIBB schätzt die Berufsaussichten bei grünen Berufen als sehr gut ein.
Umwelttechnische Berufe
Seit dem Jahr 2002 gibt es die vier umwelttechnischen Berufe Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, Fachkraft für Abwassertechnik, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sowie Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Sie gingen aus dem Beruf Ver- und Entsorger/in hervor. "Umwelttechnische Berufe sind auch handwerklich ausgerichtet. Das heißt, man muss mit den Händen arbeiten wollen und können", erklärt Dr. Klaus Hahne, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).
Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft organisieren die Abholung von Abfall. Sie kümmern sich darum, dass der Müll richtig getrennt wird oder steuern die Wiederaufbereitung recyclebarer Abfälle. Fachkräfte der übrigen drei Branchen lernen in der Ausbildung, wie man Trinkwasser gewinnt, aufbereitet oder weiterleitet. Je nach Berufsfeld untersuchen sie Wasserproben im Labor oder verlegen und warten Leitungssysteme.
Vorurteile sind falsch
Im Ausbildungsjahr 2006/2007 lernten etwa 1.300 Auszubildende den Beruf Fachkraft für Abwassertechnik. In den übrigen drei Berufen zählte das Statistische Bundesamt jeweils 200 bis 550 Auszubildende. "Die Berufe sind teilweise zu Unrecht verschrien. Man sagt, sie hätten nur mit unappetitlichen Dingen zu tun", gibt der wissenschaftliche Mitarbeiter zu bedenken. "Darum ist die Nachfrage noch nicht so, wie sie sein sollte." Bewerber/innen haben also gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. "Wasser und Luft zu schützen oder mit den Abfallproblemen klar zu kommen, ist sicherlich auch eine Zukunftsaufgabe", ergänzt Dr. Hahne.
Energiebezogene Berufe

- Fachkräfte für Rohr-, Kanal- und Industrieservice arbeiten mit den Händen, aber auch mit modernen Maschinen.
Mit erneuerbaren Energien befassen sich dagegen vor allem Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker/innen für Energie- und Gebäudetechnik und Dachdecker/innen. Denn bei den energiebezogenen Berufen ist der Umgang mit regenerativen Energietechniken Teil der Ausbildungsordnung. "Allerdings sollten sich Jugendliche bei Betrieben bewerben, die Erfahrungen in diesem Bereich nachweisen können", rät der Wissenschaftler. "Denn sonst kann es passieren, dass man die gesamte Ausbildungszeit über nichts mit erneuerbaren Energien zu tun bekommt."
Gute Aussichten
Wer sich für grün entscheidet, ist auf einem guten Weg: "Ich schätze die Berufsaussichten sehr gut ein", sagt Dr. Hahne. "Umwelttechnische und energiebezogene Berufe bieten zudem die Chance, durch eigenes berufliches Handeln etwas für die Erhaltung unserer Welt zu tun."














