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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Berufschancen für Menschen mit Hörbehinderung

"Hörbehinderung ist kein Problem in der Ausbildung"

Dank technischer und personeller Unterstützung können viele Jugendliche mit Hörbehinderung eine duale Berufsausbildung meistern, weiß Steffi Pöllmann vom Fachdienst für hörbehinderte Menschen beim LWL-Integrationsamt Westfalen.

Drei Frauen kommunizieren in einem Büro in der Gebärdensprache.
Gebärdensprachdolmetscher/innen können in der Ausbildung Hilfestellung geben.

planet-beruf.de: Welche Ausbildungsberufe stehen Jugendlichen mit Hörbehinderung offen?

Steffi Pöllmann: Ihnen stehen alle Ausbildungsberufe offen, die den jeweiligen Neigungen und Fähigkeiten der Jugendlichen entsprechen. Mit technischer und personeller Unterstützung können sie in der Regel jede Ausbildung absolvieren. Wir empfehlen Jugendlichen mit Hörbehinderung darum, sich für eine reguläre duale Ausbildung zu bewerben. Es gibt natürlich Menschen, die in der Ausbildung besondere Unterstützung benötigen. Für diese werden die Berufsbildungswerke und spezifische Berufe vorgehalten.

planet-beruf.de: Wie finden die betroffenen Jugendlichen heraus, für welche Berufe sie geeignet sind?

Steffi Pöllmann: Um das herauszufinden, sollten sie mehrere Praktika machen. Dabei können Jugendliche mit Hörbehinderung die Ausbildungsbetriebe auch davon überzeugen, dass sie engagiert und fähig sind und dass das Thema Hörbehinderung ein zumeist lösbares Problem in der Ausbildung ist.

Eine Aufnahme von einem Ohr, an dem ein Hörgerät befestigt ist.
Hörgeräte können vor allem im Alltag ein großer Vorteil sein und sind kaum zu sehen.

planet-beruf.de: Sollten die Jugendlichen in der Bewerbung Auskunft über ihre Behinderung geben?

Steffi Pöllmann: Ja, sie sollten gleich mit offenen Karten spielen - insbesondere wenn sie eine deutlich ausgeprägte Hörbehinderung haben. Am besten, die Jugendlichen erwähnen das im Anschreiben und erläutern zusätzlich, dass es ihnen mit bestimmter Unterstützung möglich ist, die Ausbildung zu absolvieren. Gut ist es, wenn sie einen Ansprechpartner nennen, der dem Betrieb weitere Auskunft zum Thema Hörbehinderung erteilen kann, z.B. den regionalen Integrationsfachdienst oder die Beratungsfachkräfte der Reha/SB-Teams der Agenturen für Arbeit.

Integrationsfachdienste

Die Integrationsfachdienste sind Dienste Dritter, die bei der Durchführung der Maßnahmen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben beteiligt werden können, indem sie

  • schwerbehinderte Menschen beraten, unterstützen und vermitteln,
  • Arbeitgeber informieren, beraten und ihnen Hilfe leisten.

Der Intergrationsfachdienst kann auch zur beruflichen Eingliederung von behinderten Menschen, die nicht schwerbehindert sind, tätig werden.

 

Zu dem Integrationsfachdienst in Ihrer Region gelangen Sie hier: www.integrationsaemter.de

planet-beruf.de: Welche Hilfen erhalten Betroffene während der Ausbildung?

Steffi Pöllmann: Technische Hilfsmittel sind beispielsweise Telefonverstärker, Vibrationsmelder oder optische Signalgeber. Welche technische Hilfe benötigt wird, hängt vom Einzelnen und von dem gewählten Beruf ab. Das Integrationsamt und der Integrationsfachdienst berät die Betroffenen und deren Arbeitgeber/innen gerne bei der Bedarfsermittlung.

An personellen Hilfen gibt es Gebärdensprachdolmetscher und Schriftdolmetscher. Sie stellen die Kommunikation sicher, wenn die Technik es nicht mehr ermöglicht. Dolmetscher werden in der Ausbildung nicht ständig benötigt. Sie kommen meistens bei speziellen Anlässen zum Einsatz, z.B. wenn eine wichtige betriebliche Unterweisung ansteht.

Kostenträger für die finanzielle Unterstützung während der Ausbildung ist zumeist die örtliche Agentur für Arbeit. Über die genauen Fördermöglichkeiten können sich Betroffene dort informieren.

planet-beruf.de: Welche Ausbildungs- und Karrierechancen haben Jugendliche mit Hörbehinderung?

Steffi Pöllmann: Ihre Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind gut. Vor allem eine duale Berufsausbildung ist ein guter Weg, um beruflich Fuß zu fassen und aufzusteigen. Wichtig jedoch ist, dass sich die Jugendlichen frühzeitig über die Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung informieren. Ansprechpartner dafür sind die Integrationsfachdienste oder das Team Reha/SB der Agenturen für Arbeit.

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Stand: 26.10.2011
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