Branchenreport: Sicherheitsdienste
Sicher ist sicher
Vor über 100 Jahren wurde die erste deutsche "Wach- und Schließgesellschaft" gegründet. Damals gehörte es zu den Aufgaben der Mitarbeiter/innen in Gewerbebetrieben, die technischen Einrichtungen zu kontrollieren. Dafür sind Sicherheitsfachkräfte auch heute noch zuständig, ihre Aufgaben haben sich jedoch erweitert.

- Sicherheitsfachkräfte kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, z.B. bei der Ausweiskontrolle.
Du kannst in der Sicherheits-Dienstleistungsbranche zwei Berufe in dualen/betrieblichen Ausbildungen lernen: Servicekraft für Schutz und Sicherheit (2-jährige Ausbildung) oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit (3-jährige Ausbildung). Entscheidest du dich vorerst für die 2-jährige-Variante, kannst du trotzdem nach der Ausbildung gleich in das dritte Ausbildungsjahr der Fachkraft für Schutz und Sicherheit einsteigen.
Ob Pfortendienste bei Firmen, Security-Einsätze auf großen Veranstaltungen, Personenschutz, Detektivdienste oder Wertsachentransport. Überall werden Sicherheitsfachleute benötigt. Wenn du in einem Berufsbereich Abwechslung suchst, dann findest du sie hier garantiert.

- Bei Rock-Konzerten sorgt das Security-Personal für die nötige Sicherheit.
Mobil und flexibel
Jedoch solltest du nicht zimperlich sein, wenn es um die Arbeitszeiten und Arbeitsorte geht. Die sind genauso abwechslungsreich. Veranstaltungsschutz ist in der Sicherheitsbranche ein großes Thema. Rock-Konzerte finden meist abends und am Wochenende statt. Ebenso gut kann es vorkommen, dass Sicherheitsfirmen deutschlandweit oder sogar international tätig sind.
Auch hat die Azubivergütung eine große Spannweite: Im BERUFENET wird für den Beruf "Fachkraft - Schutz und Sicherheit" im ersten Ausbildungsjahr eine Vergütung von 385 Euro bis 491 Euro angegeben. Im dritten Jahr von 523 Euro bis 682 Euro. Die Höhe ist abhängig vom Ausbildungsbereich (Industrie und Handel, Handwerk usw.) und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet sowie vom Geltungsbereich des Tarifvertrages.
Auf Nummer sicher!
Danach gibt es wesentlich mehr, schon alleine wegen der Schicht- und Nachtzuschläge. Die Grundvergütung liegt bei 2.373 Euro bis 2.904 Euro.
Berufliche Chancen
So umfangreich die Ausbildung zur Fachkraft oder Servicekraft für Schutz und Sicherheit ist, so vielfältig sind die Chancen danach. Falls dein Ausbildungsbetrieb dich nicht übernimmt, hast du zahlreiche Job-Alternativen: Beispielsweise als Warenhausdetektiv/in, als Sicherheitskontrolleur/in oder als Personenschützer/in.
Außerdem kannst du dich selbstständig machen. Mehr dazu findest du unter den Beschäftigungsalternativen der jeweiligen Berufe im BERUFENET.
Man muss eine "weiße Weste" haben

- Robert Meier, Betriebsleiter der Firma VIP.'s SECURITY & more... GmbH.
Robert Meier ist Betriebsleiter der Firma VIP.'s SECURITY & more... GmbH. Zwölf Azubis lernen dort entweder den Beruf der Servicekraft oder der Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Die Firma bildet langfristig aus mit dem Ziel, die Azubis zu übernehmen, denn Robert Meier braucht sein Personal:
"Das Allerwichtigste", sagt Robert Meier, "ist ein einwandfreier Leumund, d.h. keine Eintragungen. Sonst darf man nicht in der Sicherheitsbranche arbeiten. Man muss eine 'weiße Weste' haben."
Dazu müssen Bewerber/innen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Als Schulabschluss reicht ein Hauptschulabschluss. Jedoch sind Grundkenntnisse in Englisch notwendig. Angehende Azubis sollten mindestens 18 Jahre alt sein, vor allem wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten und weil sie einen Führerschein brauchen.
Welche Voraussetzungen in dieser Branche sonst noch wichtig sind, weiß Kurt Faulstich. Er ist seit 40 Jahren in diesem Bereich tätig: "Die persönliche Zuverlässigkeit steht ganz oben. Ebenso die körperliche und geistige Belastbarkeit. Man muss schnell Entscheidungen treffen können und darf sich nicht fürchten, z.B. bei einer nächtlichen Verschlusskontrolle in einem Gebäude. Ein sicheres Auftreten ist genauso wichtig wie akzentfreies Deutsch und gutes Schriftdeutsch, um Berichte schreiben zu können. Man sollte sich für Gesetze interessieren und eine gute Allgemeinbildung haben."












