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Veröffentlicht am
23.06.2010
http://213.241.148.225/Eltern-mit-Migration.10673.0.html?&type=16
Titelbild BERUFE-Universum - Version 4.0 & Tipps für die Praxis. Interner Link zur Heftübersicht

Den Stärken auf der Spur

Das Themenheft "BERUFE-Universum - Version 4.0 & Tipps für die Praxis" führt in den Aufbau und die Ziele der neuen Version des Selbsterkundungsprogramms ein.

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Eltern mit Migrationshintergrund

Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern

"Wenn man Eltern zeigt, dass sie für ihre Kinder im Übergang Schule - Beruf noch eine wichtige Rolle spielen, kann man sie zu unglaublichen Sachen mobilisieren," beschreibt Natalia Keller ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern.

Eltern im Gespräch mit einem Lehrer.
Eltern werden über das deutsche Ausbildungssystem informiert.

Die Teams der "Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" - kurz RAA - in Nordrhein-Westfalen, beraten Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte und deren Eltern. Sie arbeiten eng mit Schulen und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zusammen. Vernetzung wird hier groß geschrieben.

Dabei kann die Bedeutung der Eltern nicht genug betont werden, finden Brigitte Rimbach und Natalia Keller von den RAA: "Uns geht es darum, Eltern als wichtige Partner von vornherein zu gewinnen, ihnen zu verdeutlichen, dass sie einen besonderen Stellenwert in der Erziehung und Bildung ihrer Kinder haben." Gleiches empfehlen Brigitte Rimbach und Natalia Keller für die Schule: Lehrkräfte sollten alle Eltern einbeziehen - auf gleicher Augenhöhe.

Porträt Natalia Keller.
Privat
Natalia Keller von der RAA Hagen.

"Liebe Mama, lieber Papa, kommt zum Elternabend,…"

Das fängt bei der Einladung zum Elternabend an: Die schriftliche Einladung sollte verständlich und so formuliert werden, dass die Eltern keine Möglichkeit haben, abzusagen. "Eine Schule, mit der wir zusammenarbeiten, lässt die Jugendlichen ihre Eltern selbst zum Elternabend einladen, nach dem Motto 'Liebe Mama, lieber Papa, kommt zum Elternabend, es geht um meine berufliche Zukunft,' - da ist es schon eine Hemmschwelle zu sagen, ich komme nicht", berichtet Natalia Keller.

Weitere Tipps:

  • Die Einladung in der jeweiligen Muttersprache formulieren (Vorlagen mit einem Muttersprachler erstellen und entsprechend anpassen).
  • Möglichst auch die Eltern persönlich und/oder telefonisch ansprechen. Bei persönlicher Ansprache bzw. bei Anrufen reagieren Eltern ganz anders als auf eine schriftliche Einladung.

Gute Beispiele: Elternlotsen in der Berufsorientierung

Bundesweit werden verschiedene Aktionen und Projekte durchgeführt, um die Elternansprache und -aktivierung zu verbessern: In Hagen wird von der RAA beispielsweise aktuell das Projekt "Elternlotsen in der Berufsorientierung" angeboten. Hier werden Mitglieder von Migrantenselbstorganisationen zu Elternlotsen qualifiziert. Diese beraten zusammen mit den Hagener Hauptschulen Eltern in Sachen Berufsorientierung.

Porträt Brigitte Rimbach.
Privat
Brigitte Rimbach von der Hauptstelle RAA NRW.

Verschiedene Zugänge nutzen

Um auch die Eltern anzusprechen, die z.B. wegen Sprachschwierigkeiten nicht so leicht zu erreichen sind, gehen die RAA ungewöhnliche Wege: So berichtet Brigitte Rimbach von Berufsorientierungsveranstaltungen in der Moschee.

Dabei kooperieren die RAA mit der Berufsberatung, mit Migrantenselbstorganisationen oder anderen Einrichtungen der klassischen Stadtteilarbeit - und mit den Schulen.

"Bei diesen Elternveranstaltungen liegt der Schwerpunkt bei der Aufklärung und Information über das deutsche Ausbildungssystem. Denn die meisten Eltern bringen aus ihrer Sozialisation im jeweiligen Herkunftsland verschiedene Auffassungen von Berufsausbildung mit", so Natalia Keller.

Eltern aktivieren

Im nächsten Schritt geht es darum, die Eltern aktiv einzubinden und ihre Netzwerke zu nutzen: "Man glaubt gar nicht, was man zustande bekommt, wenn man die Eltern mit einbezieht. Bei Elternabenden fragen wir immer, in welcher Form die Eltern der Schule zur Verfügung stehen können. Manche Eltern ermöglichen z.B. Betriebserkundungen in dem Betrieb, in dem sie arbeiten oder kümmern sich um Praktikumsstellen für die Jugendlichen", freut sich Natalia Keller über das Engagement der Eltern.

Regionale Arbeitsstellen zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA)

Die RAA in Nordrhein-Westfalen entwickeln Programme und Projekte im Bereich der interkulturellen Bildung und Erziehung und setzen diese in Kooperation mit z.B. Schulen und der Berufsberatung um. Mit ihren Angeboten in der Elementarerziehung, in der Schule und beim Übergang von der Schule in den Beruf verbessern sie aktiv die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte und setzen sich für ihre gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen ein.

Mehr Infos: www.raa.de

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planet-beruf.de >> Stand: 23.06.2010
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