Logo Planet-Beruf.de
Veröffentlicht am
28.09.2011
http://www.planet-beruf.de/

Expertentipps zur Gelderziehung

"Geld darf in der Familie kein Tabuthema sein"

Damit Ihr Kind bei künftigen Geldgeschäften den Überblick behält, sollten Sie es im Umgang mit den eigenen Finanzen trainieren. Was Sie tun können, erklärt Eva Hering von CASHLESS-MÜNCHEN, einem Projekt zur Prävention von Jugendschulden.

Elternpaar unterhält sich am Tisch mit seinen beiden Söhnen.
Offene Gespräche mit den Kindern helfen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

planet-beruf.de: In welche Schuldenfallen tappen junge Erwachsene häufiger?

Eva Hering: Manche haben Schulden bei Handyanbietern, andere können ihre Rechnungen bei Versandhändlern nicht bezahlen. Jugendliche, die schon alleine wohnen, haben manchmal Schulden bei den Energieversorgern. Oft ist es eine Mischung aus allem, das heißt, die Jugendlichen sind bei verschiedenen Gläubigern in Zahlungsrückstand.

planet-beruf.de: Wie bringen Eltern ihrem Kind bei, mit Geld umzugehen?

Eva Hering: Geld darf in der Familie kein Tabuthema sein. Eltern sollten ihr Kind in Familienentscheidungen einbeziehen und ihm zeigen, wie viel Geld der Familie monatlich zur Verfügung steht und welche Kosten regelmäßig anfallen. Ein wichtiges Übungsfeld ist auch das Taschengeld. Kinder lernen so, mit dem eigenen Geld auszukommen.

planet-beruf.de: Was raten Sie Eltern beim Thema Bankgeschäfte?

Eva Hering: Sie sollten ihrem Kind erlauben, ein eigenes Guthabenkonto zu führen. Zusätzlich können sie gemeinsam üben, wie man eine Überweisung tätigt und wie man die Serviceterminals in der Bank bedient. Zudem sollten Mütter und Väter ihr Kind darüber aufklären, dass Banken ein eigenes wirtschaftliches Interesse haben und an ihren Kunden etwas verdienen möchten. Hat das Kind einen Gesprächstermin bei der Bank, sollte dieser in der Familie vor- und nachbereitet werden. Außerdem warnen wir vor Konten mit Dispositionskredit, die man überziehen kann. Sie bergen das Risiko, dass man unmerklich tiefer in die roten Zahlen rutscht.

planet-beruf.de: Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind schuldengefährdet ist?

Eva Hering: Warnhinweise können sein, wenn das Kind sich oft Geld im Freundeskreis oder in der Familie leiht oder es sich häufig schwer tut, einen Kauf so lange aufzuschieben, bis es sich ein ersehntes Produkt mit eigenen finanziellen Mitteln kaufen kann.

planet-beruf.de: Wie sollten Eltern reagieren, wenn sie diese Hinweise an ihrem Kind feststellen?

Eva Hering: Sie sollten mit ihrem Kind ein offenes Gespräch führen und gemeinsam überlegen, warum es ständig hohe Ausgaben hat und wofür es sein Geld ausgibt. Kann das Kind diese Fragen nicht beantworten, lohnt es sich, ein bis zwei Wochen lang ein Haushaltsbuch zu führen und alle Ausgaben darin zu notieren. Außerdem müssen die Eltern selbst überprüfen, welches Verhalten sie ihrem Kind vorleben. Möglicherweise spiegelt sich im Kind nur das Geldverhalten der Eltern.

planet-beruf.de: Was ist zu tun, wenn sich das eigene Kind dennoch verschuldet?

Eva Hering: Der erste Schritt ist, sich einen Überblick über die offenen Rechnungen zu verschaffen und festzustellen, wem das Kind welche Beträge schuldet. Bei geringeren Schulden können die Eltern eventuell selbst mit den Gläubigern verhandeln.

Bei größeren Summen empfehle ich, gemeinsam eine Schuldenberatung aufzusuchen. Dann merkt das Kind, nicht Mama und Papa regeln alles, sondern ich selbst bin verantwortlich und muss mein Problem - mit Unterstützung der Schuldenberatung und der Eltern - selbst in den Griff bekommen.

nach oben

Diese Seite bookmarken: MeinVZ, StudiVZ und SchülerVZ Social Bookmark Icon Delicious Social Bookmark Icon Facebook Social Bookmark Icon Twitter Social Bookmark Icon Google Social Bookmark Icon Mister Wong Social Bookmark Icon Yahoo Social Bookmark Icon Yigg Social Bookmark Icon
Stand: 13.07.2011
Logo Bundesagentur für Arbeit