Fernsehserien und Berufswahl
Zwischen Fiktion und Wirklichkeit
Kripo, Krankenhaus oder Kneipe - Arbeitsorte und Berufe gibt es im Fernsehen viele. Doch mit der Wirklichkeit haben sie manchmal wenig zu tun. Der Medienpsychologe Professor Thomas Köhler gibt Tipps, wie Sie als Eltern Ihren Kindern zu realistischen Berufsbildern verhelfen.

- In TV-Serien werden Berufsbilder oft sehr einseitig dargestellt, sodass sich bei Jugendlichen falsche Erwartungen entwickeln können.
Jeder kennt sie: die Kommissare, Doktoren und Anwälte aus den zahlreichen Vorabendserien, Seifenopern und Sitcoms im Fernsehen. Jugendliche sehen sie z.B. in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) oder "Scrubs - Die Anfänger". Dabei nehmen sie Informationen über die dargestellten Berufe bewusst und unbewusst wahr. Zunehmend entwickeln die Jugendlichen daraufhin Berufswünsche in Bereichen, die sie aus Fernsehserien kennen.
Berufsrealität aus dem Fernsehen?

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PrivatProfessor Thomas Köhler ist Medienpsychologe an der TU Dresden.
Nach den Untersuchungen einer Forschergruppe am Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster geben Fernsehserien ein verzerrtes Bild der Realität wieder: Die Personen der untersuchten Fernsehserien arbeiten in sehr wenigen Berufsfeldern, vorzugsweise in der Gastronomie, im Gesundheitswesen, der Polizei und im Bereich Kunst und Design, z.B. bei Werbeagenturen etc. Die Realität schaut anders aus - ein Drittel der berufstätigen Deutschen arbeitet in der Produktion, die im Fernsehen gerade mal mit einem Prozent repräsentiert ist.
Hierin sieht Medienpsychologe Professor Thomas Köhler von der TU Dresden jedoch eine Chance: "Die Fernsehserien bieten die Möglichkeit, dass man sich mit Berufsbildern vertraut macht, die man aus dem eigenen Umfeld überhaupt nicht kennt." Solange falsche Erwartungen später korrigiert werden, ist dagegen nichts einzuwenden.
Kinder richtig beraten
Was ist zu tun, wenn sich Ihr Kind für einen Beruf aus dem Fernsehen interessiert? "Die Jugendlichen sollten die Berufe unbedingt selbst erleben", meint Professor Köhler. Praktika oder Ferienjobs sind der beste Weg, einen Eindruck von unterschiedlichen Tätigkeiten zu bekommen und seine eigenen Neigungen zu entdecken. Beim Hineinschnuppern können Jugendliche schnell sehen, ob die Berufe halten, was sie im Fernsehen versprechen.
"Hilfreich ist auch, wenn Eltern mit ihren Kindern über Berufe reden", rät Professor Thomas Köhler. Jeder kennt ja seinen eigenen Beruf. Auch über die Berufe von Verwandten und Bekannten kann man die Kinder informieren. Daneben bietet z.B. die Bundesagentur für Arbeit mit BERUFE.TV die Möglichkeit, über das Medium Film Informationen zu Berufen zu bekommen.














