Freiwilligendienst - Arbeit mit Menschen mit Behinderung
Berufswunsch testen - freiwillig
Samantha und Moritz wollten beide in einem sozialen Beruf arbeiten. Um vorab zu testen, ob ihre Entscheidung wirklich richtig war, arbeiteten sie freiwillig in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ob während eines zweimonatigen Praktikums wie Samantha oder im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres wie Moritz - beide haben wertvolle Erfahrungen gesammelt, die sie nicht missen wollen.

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PrivatSamantha hat ein zweimonatiges Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemacht.
Die 17-jährige Samantha wusste nach ihrem Hauptschulabschluss eines sicher: Sie wollte mit Menschen arbeiten, einen sozialen Beruf erlernen. Nach einem Praktikum in einem Kindergarten wollte Samantha gerne die Arbeit mit Menschen mit Behinderung kennen lernen.
Sie bewarb sich bei der Caritas in Stuttgart. Im Rahmen des Programms "freiwillig engagiert plus" machte sie eine Art Kurzfreiwilligendienst. "Von Januar bis Anfang März 2009 habe ich in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet", erklärt Samantha und fügt bedauernd hinzu: "Leider ist die Arbeit schon zu Ende."
Helfen, pflegen, heilen
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Freundschaften der besonderen Art
In der Werkstatt musste sie den Menschen mit Behinderung helfen, wenn diese etwas nicht selbst geschafft haben und die Ergebnisse kontrollieren. In dieser Zeit entstand zu einem Mädchen mit Epilepsie eine besonders enge Beziehung. "Sie brauchte eine Bezugsperson. Es musste ständig jemand da sein, um ihr bei Anfällen zu helfen oder um zu verhindern, dass sie sich während eines Anfalls an der Nähmaschine verletzt."
Eigene Einstellung verändert
Besonders beeindruckt hat sie die Herzlichkeit der Menschen mit Behinderung. "Die Menschen sind direkt, gehen auf dich zu und reden sofort mit dir. Sie sind immer total freundlich und liebenswürdig." Ihre freiwillige Tätigkeit hat Samantha nicht bereut: "Das bringt einen im Leben wirklich weiter. Ich habe gelernt, wie es ist, mit Menschen zu arbeiten und was körperliche Arbeit bedeutet. Ich weiß jetzt, dass ich das beruflich in Zukunft machen möchte."
Eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin kann sie sich gut vorstellen. Aber Samantha hat noch mehr aus ihrem freiwilligen Dienst mitgenommen: "Meine Einstellung zum Leben hat sich dadurch verändert. Ich bin dankbar, dass ich gesund bin. Vieles, was mich vorher genervt hat, erscheint mir neben den Problemen dieser Menschen völlig unbedeutend."

- Menschen mit Behinderung brauchen Unterstützung im Alltag.

- Manchmal entstehen auch Freundschaften zwischen Betreuer und Betreutem.
Bessere Abschlussnote durch FSJ
Anders als Samantha hatte der 20-jährige Moritz schon eine abgeschlossene Ausbildung zum Sozialassistenten hinter sich, als er sich entschloss, noch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu machen. Dadurch kann er seine Abschlussnote verbessern und sich gezielter bewerben.
Sein FSJ macht Moritz bei der Gemeinnützigen Gesellschaft für integrative Behindertenarbeit mbH (GIB) in Hannover, wo er bereits früher ein zweiwöchiges Praktikum absolvierte. Nun arbeitet er in einer Tagesförderstätte. "Die Tagesförderstätte ist für die Leute, die aufgrund ihres Behinderungsgrades nicht fähig sind, in der Werkstätte zu arbeiten", erklärt er. "Sie kommen hierher, um einen geregelten Tagesablauf zu haben und nicht sozial zu verelenden. Bei uns werden sie individuell gefördert."
Bezugsperson sein und Verantwortung übernehmen
Auch Moritz hat durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung viel Neues gelernt. "Das Besondere ist die Lebensfreude dieser Menschen. Darüber hinaus war für mich interessant zu sehen, dass man - anders als sonst - plötzlich Bezugsperson ist und Einfluss auf das Leben eines anderen nimmt. Man ist ein wichtiger Faktor im Leben dieser Menschen."
Ein FSJ würde er jederzeit weiter empfehlen. "Vor allem für Leute, die noch nicht ganz sicher sind, was sie später machen wollen oder vielleicht noch eine Bestätigung dafür brauchen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Das FSJ bringt einen auf jeden Fall weiter." Moritz' Weg ist nun auch klar: Er möchte Erzieher werden.












