Internat der Handwerkskammer für Mittelfranken
Heimweh war gestern

- Lisa macht in Nürnberg eine Ausbildung als Augenoptikerin.
Es ist ein gewaltiger Schritt, gleich nach der Schule alleine in eine fremde Stadt zu ziehen. Für Lisa (20) war das gar nicht einfach, als sie nach der Realschule für ihre Ausbildung von Erfurt nach Nürnberg ins Internat der Handwerkskammer für Mittelfranken umzog. planet-beruf.de hat sie im Internat besucht.
Es ist 8:30 Uhr morgens. Lisa hat heute Spätschicht. Sie macht eine Ausbildung als Augenoptikerin und ist schon im dritten Lehrjahr. Das gemütliche Zweibettzimmer ist farbenfroh dekoriert. Sogar ein Kühlschrank und eine Mikrowelle hat die 20-Jährige. "Wir haben zwar eine Gemeinschaftsküche. Aber die ist mir zu weit weg. So kann ich das Nötigste auf dem Zimmer essen", erzählt sie.

- Monika Vogt leitet das Internat der Handwerkskammer für Mittelfranken.
Lisa fühlt sich sichtlich wohl, aber das war nicht immer so: "Zu Beginn hatte ich großes Heimweh. Wenn ich Frau Vogt und die anderen Mitbewohner/innen nicht gehabt hätte, hätte ich abgebrochen. Es sind hier viele Jugendliche aus meiner 'Heimecke' im Wohnheim. Wir haben uns gegenseitig geholfen."
Monika Vogt nickt und erinnert sich: "Es war echt schwer für Lisa und hat schon ein halbes Jahr gedauert, bis sie sich eingelebt hatte". Monika Vogt ist Sozialpädagogin und leitet seit drei Jahren das Internat.
Tour durchs Internat
Wir machen uns auf dem Weg und Lisa führt uns herum. Alles ist neu und hell gestaltet, vor allem in Gelb- und Rottönen. "Mir hat es hier von Anfang an gut gefallen, als ich mir mit meinen Eltern das Wohnheim angesehen habe. Vor allem weil alles modern eingerichtet ist", berichtet Lisa.
Mehrsprachig und mobil
An den Wänden hängen Gemälde. Die Leiterin erzählt, dass einmal im Monat ein freier Künstler ins Internat kommt. Er malt zusammen mit den Jugendlichen mit Pastellkreide. Ein Jugendlicher kommt uns an der Treppe entgegen. "Vergiss deinen Schlüssel nicht", erinnert ihn Monika Vogt. "Mach ich", erwidert er und geht weiter. Lisa zeigt uns die Küche und den Fernsehraum mit einem LCD-Flachbildschirm an der Wand.

- Der Fernsehraum ist in einem gemütlichen Gelbton gestaltet.

- In ihrer Freizeit können die Jugendlichen sogar Billard spielen.

- In ihrem Zimmer fühlt sich Lisa inzwischen sehr wohl.

- Lisa hat sich im Internat gut eingelebt.
Gar nicht so streng
Alle drei Wochen fährt Lisa nach Hause: "Wenn ich am Samstag arbeiten muss, dann lohnt sich das nicht wegen einem Tag", sagt sie. "Das Gute ist, dass mein Freund ab und zu hier übernachten darf. So können wir uns trotzdem sehen."
Bevor Lisa in die Arbeit geht, fragen wir sie nach Tipps für Jugendliche, die auch mit dem Gedanken spielen, ins Wohnheim zu ziehen: "Ausprobieren und nicht von vorne herein nein sagen. Ich dachte früher, Internat heißt 'ständige Kontrolle', doch das stimmt nicht.
Es wird sich zwar um einen gekümmert, aber positiv. Gleichzeitig muss man aber auch viel selbstständig machen."
Daten & Fakten zum Internat
Wer kann hier im Internat wohnen
- Azubis in der überbetrieblichen Ausbildung bei der HwK
- Meisterschüler/innen
- Seminarteilnehmer/innen bei der HwK
- Azubis im Handwerk
Mietpreis: 183 Euro bis 254 Euro pro Monat, ohne Essen. Verpflegung ist in der Kantine der Handwerkskammer möglich. Einmal die Woche werden die Zimmer gereinigt.
Ausstattung: 38 Ein- bis Dreibettzimmer. Jedes Zimmer hat WLAN und ist möbliert, hat eine Dusche, WC und Waschbecken.
Freizeit: Vier Internet-Surfstationen, Billard, Tischtennis, ein Clubraum, ein Fernsehraum.
Hausregeln: Alkohol- und Rauchverbot, um 24:00 Uhr muss es ruhig sein.
Alter: 14 bis 27 Jahre, die meisten Bewohner/innen sind zwischen 16 und 20 Jahre alt.
Betreuung & Unterstützung: Pädagogische Fachkräfte helfen den Alltag zu bewältigen oder bei Konflikten innerhalb der Ausbildung.














