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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Interview: Jugendmigrationsdienst

Welche Baustelle hast du?

Du bist zwischen 12 und 27 Jahren alt und hast als Migrant oder Migrantin Startschwierigkeiten in Deutschland? Der Jugendmigrationsdienst (kurz JMD) kann dir helfen! Mario Lehmann arbeitet seit 11 Jahren als Sozialberater beim JMD Göttingen und hilft jedes Jahr mit einer Kollegin über 100 Jugendlichen in allen Lebenslagen.

Porträt von Mario Lehmann und Sylvia Hartge-Koch.
Privat
Mario Lehmann und seine Kollegin Sylvia Hartge-Koch arbeiten als Sozialberater beim JMD.

planet-beruf.de: Was macht ihr beim JMD Göttingen genau?

Mario Lehmann: Wir betreuen und begleiten jugendliche Migranten und Migrantinnen von 12 bis 27 Jahren. Unsere Hauptzielgruppe sind die 16- bis 27-Jährigen. Wir schauen erst einmal, wo die Jugendlichen stehen. Wir beraten sie, auch bei privaten Problemen, erstellen mit ihnen Integrationspläne und schauen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

Die Jugendlichen ab 12 Jahren können an unseren Gruppenangeboten, z.B. unseren Musik- oder Theatergruppen teilnehmen. Das Besondere ist, dass in den Gruppen jugendliche Migranten und Migrantinnen mit Einheimischen zusammen arbeiten.

planet-beruf.de: Welche Nationalitäten betreut ihr?

Mario Lehmann: Bis vor drei Jahren hatten wir ausschließlich junge Russland-Deutsche. Das wurde durch eine Richtlinie festgelegt. Diese hat sich mittlerweile geändert. Wir haben nun auch Migranten und Migrantinnen iranischer, polnischer, kosovo-albanischer und türkischer Herkunft.

planet-beruf.de: Wie kommen die Jugendlichen zu euch?

Mario Lehmann: Früher fand viel über Mundpropaganda statt. Einige finden uns heute über das Internet oder werden durch Schulen und Beratungsstellen vermittelt.

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Einige Jugendliche stehen zusammen und grillen.
Privat
Beim JMD können jugendliche Migranten und Migrantinnen an verschiedenen Gruppenangeboten teilnehmen.

planet-beruf.de: Wie sieht die Zusammenarbeit genau aus?

Mario Lehmann: Wir setzen uns in einem Erstgespräch mit den Jugendlichen zusammen und machen eine Art Bestandsaufnahme. Danach werden Ziele festgelegt und die wichtigsten "Baustellen" besprochen. Eine große Baustelle sind Fragen zu Anträgen und Formularen für finanzielle Hilfen. Die andere große Baustelle ist das Thema Bewerbung.

planet-beruf.de: Was macht ihr bei der "Baustelle Bewerbung" genau?

Mario Lehmann: Wir suchen mit den jungen Migranten und Migrantinnen zuerst nach einem passenden Ausbildungsberuf. Danach gehen wir auf Stellensuche und schreiben gemeinsam Bewerbungen.

planet-beruf.de: Was bekommt ihr für Rückmeldungen von euren Jugendlichen?

Mario Lehmann: Wir haben ein gutes Verhältnis untereinander und viele sind dankbar. Es gibt Jugendliche, die uns noch besuchen, obwohl sie schon selbst Kinder haben und sagen "Wenn du damals nicht gewesen wärst…"

planet-beruf.de: Was raten Sie jungen Migranten und Migrantinnen, wenn sie nach Deutschland kommen?

Mario Lehmann: Ganz schnell Deutsch zu lernen. Die Sprache ist eine sehr wichtige Grundlage. Und sie sollen nicht so lange warten, bis sie unsere Hilfe annehmen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Stand: 14.10.2009
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