Interview: Sportlich & gesund leben
Vorbild sein und Verantwortung übertragen
Reinhard Mann, Leiter des Gesundheitsförderungsreferates der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), stellt die Jugendaktion "GUT DRAUF" vor und erklärt, wie Sie Ihren Kindern eine gesunde Lebensweise vermitteln können.

- Ob Treppen statt Aufzug oder mit dem Rad zur Schule - Bewegung im Alltag ist wichtig!
planet-beruf.de: Was ist die Aktion "GUT DRAUF"?
Reinhard Mann: "GUT DRAUF" richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren und thematisiert Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung. Gerade in der Jugendphase ist es wichtig, in diesen Themen Akzeptanz zu erzielen. In der Pubertät kommt alles, was Jugendliche bis dahin gelernt haben, nochmal auf den Prüfstand, alle Verhaltensweisen werden nochmal dahingehend überprüft, ob es für ihr Erwachsenenalter relevant ist. Etwas, was man als Kind gelernt hat, als Jugendlicher dann aber ablehnt, wird man als Erwachsener nicht übernehmen.
planet-beruf.de: Welche Ziele werden mit der Aktion verfolgt?
Reinhard Mann: Wir wollen erreichen, dass sich Jugendliche selbstbestimmt gesund ernähren, ihr Bewegungsverhalten verbessern und lernen, mit Stress umzugehen.
planet-beruf.de: Wie setzen Sie diese Ziele in der Praxis um?
Reinhard Mann: Wir haben ein Multiplikatoren-Konzept, d.h., wir schulen z.B. Lehrkräfte, damit sie Gesundheitsthemen jugendgerecht vermitteln. Hauptziel dabei ist es, Jugendeinrichtungen zusammen zu bringen, z.B. den Sportverein mit der Schule, um "GUT DRAUF" gemeinsam umzusetzen.
planet-beruf.de: Wie steht es um die Gesundheit der Jugendlichen in Deutschland?
Reinhard Mann: Die Jugendlichen sind recht gesund. Einige Bereiche sind verbesserungswürdig: Durch häufiges Sitzen und Computerspiele sind viele Jugendliche körperlich nicht mehr so fit und weniger stark als noch vor 20 Jahren. Durch Computerspiele hat sich die Feinmotorik allerdings verbessert. Die Ernährung läuft bei Jugendlichen häufig noch zu unbewusst ab. Heutzutage ist es aber wichtiger denn je, sich bewusst und ausgewogen zu ernähren, um gesund zu bleiben und den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Außerdem müssen die Jugendlichen noch lernen, wie sie mit Stress umgehen und diesen wieder abbauen. Entspannung durch bewusstes Abschalten z.B. von Computer und Social Networks oder Sport und Zeitmanagement helfen bei der Stressbewältigung.

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PrivatReinhard Mann ist Leiter des Gesundheitsförderungs-referates der BZgA.
planet-beruf.de: Wie wichtig ist die Vorbildfunktion der Eltern in Sachen Gesundheit und Ernährung?
Reinhard Mann: Obwohl diese im Jugendalter stetig abnimmt, ist sie dennoch wichtig. Das Verhalten der Eltern ist aus zwei Gründen wichtig: Zum einen sind die Eltern ein Modell, von dem die Jugendlichen manches übernehmen, zum anderen brauchen sie die Eltern als Gegenposition, um sich an ihnen reiben zu können. Je besser das Verhalten der Eltern ist, desto besser gelingt die jugendliche Auseinandersetzung damit.
planet-beruf.de: Was können Eltern konkret tun, damit sich ihr Kind gesund ernährt und ausreichend bewegt?
Reinhard Mann: Gemeinsames Kochen ist eine gute Methode, um die Heranwachsenden miteinzubeziehen. Eltern sollten aber nicht nur die Aufgaben verteilen, sondern die Kinder auch an der Planung beteiligen. Dadurch übernehmen die Jugendlichen Verantwortung, sie sind gleichberechtigte Partner und werden gefordert. Mindestens eine Mahlzeit pro Tag sollte gemeinsam mit der Familie stattfinden. Man isst nicht nur miteinander, sondern tauscht sich aus und fühlt sich in der Familie aufgehoben. Das ist wichtig, gerade in der Loslösungsphase. In Sachen Bewegung ist das Vorleben wichtig. Wenn Eltern selbst sportlich aktiv sind, leben es die Kinder nach. Am besten geeignet sind Ausdauersportarten im Freien.
planet-beruf.de: Wie sollten Eltern reagieren, wenn ihr Kind gestresst ist?
Reinhard Mann: Wenn Eltern merken, dass ihr Kind gestresst ist, sollten sie auf eine Zurechtweisung verzichten. Besser ist es, auszudrücken, dass man mitbekommt, dass das Kind gestresst ist und ein Gesprächsangebot zu machen, z.B. "Wollen wir mal eine Liste machen, was dich stresst? Dann schauen wir, was du daran ändern kannst."













