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Veröffentlicht am
17.02.2009
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Job inside: Ausbaufacharbeiter/in

Trocken, aber gut

Martin baut Mauern. Doch dafür setzt der 18-Jährige nicht Stein auf Stein, sondern verwendet Gipsplatten. Wie das funktioniert, lernt er in seiner Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter im Schwerpunkt Trockenbauarbeiten.

Auszubildender Martin trägt eine Gipsplatte.
privat
Die Gipsplatte kann Martin locker schultern.

planet-beruf.de: Wie bist du zu deiner Ausbildung gekommen?

Martin: Seit ich meinem Onkel einmal half, sein Haus umzubauen, wollte ich Trockenbauer werden. Doch nach dem Hauptschulabschluss war kein betrieblicher Ausbildungsplatz in der Nähe von Weimar frei. Die Arbeitsagentur hat mich auf das Grone-Bildungszentrum Weimar gebracht. Ich habe eine Bewerbung dorthin geschrieben, hatte ein Vorstellungsgespräch und habe die Zusage bekommen.

planet-beruf.de: Jetzt machst du eine zweijährige Ausbildung zum Ausbaufacharbeiter im Schwerpunkt Trockenbauarbeiten.

Martin: Genau. Bei Grone gibt es nur die zweijährige Ausbildung. Da lernt man im ersten Jahr alle Schwerpunkte kennen. Im zweiten Jahr bezieht sich alles auf den Trockenbau. Da geht es darum, Montagewände zu bauen oder Wände mit Trockenputz zu bearbeiten. Wir bauen auch Dämmstoffe als Wärme- und Kälteschutz oder zum Schall- und Brandschutz ein.

Ein Beruf, viele Schwerpunkte

Die Ausbildung im Beruf Ausbaufacharbeiter/in kann man in sechs verschiedenen Schwerpunkten absolvieren:

  • Estricharbeiten
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten
  • Stuckateurarbeiten
  • Trockenbauarbeiten
  • Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten
  • Zimmerarbeiten

planet-beruf.de: Wie läuft die Ausbildung im Bildungszentrum ab?

Martin: Grone hat Werkstätten, in denen ich die Berufspraxis lerne. Für den theoretischen Unterricht gehe ich zur Berufsschule. Jeder Azubi macht auch ein Betriebspraktikum. Ich habe zehn Wochen für ein Bauunternehmen auf vielen Baustellen gearbeitet.

planet-beruf.de: Wie sieht dein typischer Arbeitstag aus?

Martin: Am Morgen stellt uns der Meister eine Aufgabe, zum Beispiel eine Trockenbauwand bauen. Wir kriegen von ihm Skizzen von Wänden in kleinerem Maßstab. Nach denen arbeiten wir.
Der Meister prüft die fertigen Wände und erklärt, wie wir etwas besser machen können. Anschließend bauen wir die Wände ab und fangen mit einer neuen Aufgabe an.

planet-beruf.de: Eine Trockenbauwand ist doch eine Wand, die in trockener Bauweise, also ohne wasserhaltige Stoffe wie Beton oder Putz errichtet wird?

Martin: Richtig. Wir bauen keine Wände aus Stein wie die Maurer. Unsere Wände sind meistens aus Gips und relativ dünn. Das kommt drauf an, wie viele Lagen Gipskartonplatten wir verwenden. Es gibt 50er-, 75er-, 100er- und 125er-Wände. Das wird in Millimetern berechnet.

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Martin bearbeitet eine Gipsplatte mit Trockenputz.
privat
Ist die Wand aufgestellt, wird sie verputzt.

planet-beruf.de: Wie lange dauert es, bis eine Wand steht?

Martin: Das kommt auf die Größe der Wand an, aber einen Tag braucht man schon. Für das Bildungswerk haben wir eine 18 Meter lange Wand in eine Halle gebaut. Das hat drei Tage gedauert.

planet-beruf.de: Ist es üblich, dass man Wände auch abbaut?

Martin: Ja, wir lernen auch, wie man Trockenbaukonstruktionen saniert und instand setzt. Im Praktikum habe ich dafür auf den Baustellen nach Schäden gesucht und festgestellt, wie sie entstanden sind. Dann haben wir Maßnahmen zur Schadensbegrenzung vorgenommen.

planet-beruf.de: Worauf könntest du als Ausbaufacharbeiter nie verzichten?

Martin: Auf Cuttermesser, Bleistift, Zollstock und Wasserwaage. Der Laser ist wichtig, wenn wir eine abgehängte, also eine niedrigere Decke einziehen wollen. Wir stellen den Laser auf die richtige Höhe ein. Er rotiert um die eigene Achse und zeigt auf der Wand einen gleichmäßigen roten Strich an. Den ziehen wir mit dem Bleistift nach. Entlang der Linie schrauben wir Ständerprofile waagerecht in die Wände. Daran werden die Gipskartonplatten befestigt. So hat man am Ende eine niedrigere Decke.

planet-beruf.de: Als Ausbaufacharbeiter musst du zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter auf dem Bau arbeiten. Kommst du damit zurecht?

Martin: Im Trockenbau geht das, denn wir arbeiten fast nur in Gebäuden. Im Winter ist es zwar kalt, aber mit dicker Kleidung geht das schon.

planet-beruf.de: Wie geht es nach der zweijährigen Ausbildung für dich weiter?

Martin: Ich habe die Zusage von meinem Praktikumsbetrieb, dass ich dort ein drittes Ausbildungsjahr anschließen kann. Danach bin ich Trockenbaumonteur.

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Als Ausbaufacharbeiter/in baust du Gebäude aus. Je nach Schwerpunkt erledigst du Zimmer- oder Stuckarbeiten. In anderen Schwerpunkten baust du Estrich ein, verlegst Platten und Fliesen, dämmst und isolierst Räume oder montierst Trockenbauelemente.
Ausbildungsform: Du machst eine duale Berufsausbildung und lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Du kannst aber auch eine schulische Berufsausbildung an einer Berufsfachschule absolvieren.
Dauer: Die Ausbildung dauert zwei Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Du solltest mindestens den Hauptschulabschluss haben. Im Jahr 2006 begannen im Ausbildungsbereich Handwerk 698 und im Ausbildungsbereich Industrie und Handel 691 zukünftige Ausbaufacharbeiter/innen ihre Ausbildung. 47 % von ihnen verfügten über den Hauptschulabschluss, 21 % über einen mittleren Bildungsabschluss. 11 % haben ein Berufsgrundbildungsjahr und 7 % ein Berufsvorbereitungsjahr abgeschlossen.
Arbeitsorte: Du arbeitest in handwerklichen und industriellen Betrieben des Ausbaugewerbes.
Nach der Ausbildung: Du kannst eine darauf aufbauende, einjährige Ausbildung in den Berufen Estrichleger/in, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in, Stuckateur/in, Trockenbaumonteur/in oder Zimmerer/Zimmerin abschließen.

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planet-beruf.de >> Stand: 17.02.2009
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