Job inside: Baugeräteführer/in
Wie Auto fahren, nur schöner
Tim wollte immer schon Bagger fahren. In seiner Ausbildung zum Baugeräteführer hat er sich seinen Wunsch erfüllt. Ob es so war, wie er sich vorgestellt hat und was er außer Bagger fahren in der Ausbildung macht, erzählt er planet-beruf.de.

- "Baugeräteführer ist ein Beruf mit Zukunft", sagt Tim.
Tim suchte einen Beruf, der auch in Zukunft gute Arbeitsmöglichkeiten bieten würde. "Auf Baustellen werden immer Baumaschinen gebraucht und dazu natürlich auch Menschen, die damit umgehen können", erklärt er und ergänzt grinsend: "Außerdem wollte ich immer schon Bagger fahren." Er informierte sich über seine Arbeitsagentur und stellte fest, dass der Ausbildungsberuf "Baugeräteführer/in" genau das Richtige für ihn wäre. Nach seiner Bewerbung hatte er Glück: Im September 2008 konnte der 19-Jährige seine Ausbildung zum Baugeräteführer beginnen.
Mit Maschinen zu arbeiten, macht Spaß
Nach fast vier Monaten Ausbildung ist Tim sehr zufrieden. "Es macht Spaß, mit den Maschinen zu arbeiten", meint er. Tims Berufsschulunterricht findet in länderübergreifenden Fachklassen am Berufskolleg in Gelsenkirchen statt. "Die Lehrgänge finde ich sehr gut. Man lernt ja nicht nur Bagger fahren, sondern auch Vieles darüber hinaus: maurern z.B. oder Rohrleitungen verlegen." Wenn Tim Berufsschulunterricht hat, wohnt er für diese Zeit im Gästehaus des Berufskollegs, da er sonst zu lange fahren müsste. Dass er dabei länger von zu Hause weg ist, macht ihm nicht viel aus: "Im Gästehaus ist es auch ganz nett, nach einer Weile kennt man ja auch ein paar Leute und es gibt sogar eine Kegelbahn."
Hoch hinaus!
Radlader, Bagger und Kräne
"Geräte führen ist wie Auto fahren, nur schöner", sagt Tim begeistert. Bisher durfte er schon verschiedene Maschinen fahren. Am meisten mochte er den Radlader, weil er so vielseitig ist: "Damit kann ich große Ladungen aufnehmen und gleichzeitig auch sehr präzise arbeiten." Einen Bagger zu fahren, hatte Tim sich einfacher vorgestellt. "Ich dachte, ich müsste mich nur hineinsetzen und ein bisschen an den Pedalen herumspielen. Man muss aber zuerst einmal wissen, welches Pedal für links und welches für rechts steht. Außerdem ist jeder Bagger anders. Erst wenn man die Grundregeln begriffen hat, geht das gut." Als Baugeräteführer muss Tim später auch Kräne führen. Das lernt er im 2. Lehrjahr.
Konzentrationsfähigkeit ist wichtig
Manchmal stehen auch Reparaturen an den Baumaschinen an. "Wenn es größere Einzelteile sind, kann das schon anstrengend sein", meint Tim. "Richtig anstrengend ist aber die Konzentration beim Bagger fahren. Die muss immer da sein, sonst macht man schnell Fehler." Neben Konzentrationsfähigkeit sollte man Ausdauer und technisches Verständnis für seinen Beruf mitbringen, meint Tim.

- Auch große Maschinen muss man mit viel Feingefühl bewegen.

- Gehörschutz muss sein.
Auf jeden Fall schwindelfrei
Auf das Kran fahren freut sich Tim schon jetzt. Schwindelfrei ist er auf jeden Fall. Ist es im Sommer nicht schrecklich heiß in einem Führerhaus und im Winter furchtbar kalt? Tim sieht da kein Problem: "Die meisten Kräne haben zum Beispiel eine Heizung für den Winter oder eine Klimaanlage für den Sommer."
Seinen Beruf würde Tim auf jeden Fall weiter empfehlen: "Bisher hatte ich noch keine Probleme, so schwer ist es nicht. Und es werden ständig Leute gesucht. Wenn man ausgebildet ist, hat man gute Chancen, eine Stelle zu bekommen."
Das Wichtigste zum Beruf in Kürze
Tätigkeiten: Als Baugeräteführer/in kennst du dich perfekt mit Baugeräten aus. Du übernimmst den Transport der Maschinen auf die Baustelle, richtest Baustellen ein, stellst Baukräne auf und kümmerst dich um den Transport von Lasten. Darüber hinaus hebst du Baugruben und Gräben aus. Du übernimmst die Wartung der Maschinen und manchmal auch kleinere Reparaturen.
Ausbildungsform: Du machst eine duale Berufsausbildung: du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht findet zum Teil in Blockform in länderübergreifenden Fachklassen statt.
Dauer: Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Du solltest mindestens den Hauptschulabschluss haben. Im Jahr 2006 begannen 308 angehende Baugeräteführer/innen ihre Ausbildung. 45 % davon besaßen einen mittleren Bildungsabschluss, 41 % den Hauptschulabschluss.
Arbeitsorte: Du arbeitest in Betrieben und Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus sowie des Straßen- und Spezialtiefbaus. Darüber hinaus kannst du z.B. in Steinbruchunternehmen oder im Verleih von Baumaschinen und -geräten tätig sein.
Nach der Ausbildung: Du kannst dich auf ein Baugerät, z.B. Kran oder Bagger, spezialisieren. Darüber hinaus kannst du dich zum/zur Baumaschinenmeister/in weiterbilden.




