Job inside: Fahrradmonteur/in
Der Fahrradbastler
Florian hat schon immer gerne an seinem Fahrrad herumgeschraubt. Nach dem Hauptschulabschluss lag es daher für ihn nahe, eine zweijährige Ausbildung zum Fahrradmonteur zu machen.

- Florian in der Fahrradwerkstatt: immer hilfsbereit und freundlich zu Kunden.
Am Stadtrand von Fürth hat die Firma "Marin Bikes" ihren Sitz. Auf einer Verkaufsfläche glänzen nagelneue Fahrräder. In der Werkstatt der langen Halle hängen verschiedene Werkzeuge in Reih und Glied.
Hier arbeitet Florian. Seit September 2008 macht er seine Ausbildung zum Fahrradmonteur. "Ich war schon immer ein Bastler", erzählt Florian, "bereits als Kind habe ich an Fahrrädern herumgeschraubt. Außerdem fahre ich selber Mountainbike. Da ist es gut, wenn man selbst etwas daran reparieren kann." Bereits während der Schulzeit machte Florian ein Praktikum bei der Firma, später arbeitete er dort nebenbei als Aushilfe. Als er sich nach der Schule auf die Ausbildung bewarb, nahm ihn der Betrieb darum gerne auf.
Einspeichen, einstellen, entlüften
Florian ist im ersten Jahr seiner zweijährigen Ausbildung. "Ich hätte auch Zweiradmechaniker der Fachrichtung Fahrradtechnik lernen können, aber die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre", erklärt er. "Ich wollte schneller fertig sein." In der Fahrradwerkstatt macht der 18-Jährige schon fast alles: "Laufräder einspeichen, Fahrräder komplett aufbauen und Schaltungen einstellen." Wenn im Laden wenig Betrieb ist, übt er Bremsen zu entlüften.
Florian ist mit seiner Arbeit mehr als zufrieden. "Das Herumschrauben ist einfach nur schön", schwärmt er. "Wenn man wie ich handwerklich begabt ist, macht es Spaß, kleinere Reparaturen auszuführen. Ich mag es, Ergebnisse zu sehen und zu überprüfen, ob das, was ich gemacht habe, funktioniert."

- Handwerklich geschickt: Florian beim Prüfen eines Fahrradmantels

- und beim Montieren eines Ritzelpakets.
Technisch versiert und offen für Menschen
Mit Kunden hat Florian täglich zu tun: "Ich begrüße sie, frage nach ihren Wünschen und schreibe die Aufträge auf. Wichtig ist, dass man dabei hilfsbereit und freundlich ist."
Für Florians Ausbilder, Firmenchef Bernd Adamski, ist die Kombination aus handwerklichem Geschick und Kundenorientierung für den Beruf wichtig. "Man sollte technisch versiert und gleichzeitig für Menschen offen sein", erklärt der Ausbilder. "Die Jugendlichen sollten sich mit Fahrrädern schon auskennen", empfiehlt er," denn die Technik eines modernen Mountainbikes ist ganz schön anspruchsvoll." Mitbringen sollte man auch Teamfähigkeit, meint Florian: "Ich arbeite fast immer mit unserem Gesellen zusammen. Nur kleinere Einzelaufträge mache ich alleine."
Umsatteln nach der Ausbildung
Auch in seiner Freizeit hat Florian mit Fahrrädern zu tun. Mit den Kollegen aus der Firma hat er schon an Fahrradrennen teilgenommen. "Letztes Jahr haben wir bei einem Crossrennen in Fürth mitgemacht. Außerdem fahren wir bei Radtouristikfahrten mit."
Nach seiner Ausbildung möchte Florian am liebsten weiter für seinen Betrieb arbeiten. "Man kann nach dem Abschluss als Fahrradmonteur auf den Zweiradmechaniker umsatteln", erklärt Bernd Adamski. "Damit ist dann später sogar der Meisterabschluss möglich." Das kann sich auch Florian gut vorstellen. Seine Ausbildung würde er jederzeit weiter empfehlen:"Das Handwerkliche macht Spaß, es gibt immer neue Räder zu sehen und man hat mit unterschiedlichen Leuten zu tun."
Das Wichtigste zum Beruf in Kürze
Tätigkeiten: Als Fahrradmonteur/in setzt du Fahrräder aus Bauteilen, Baugruppen und Systemen zusammen, rüstest sie mit Zubehör- und Zusatzeinrichtungen aus und hältst sie instand.
Ausbildungsform: Du machst eine duale Berufsausbildung: Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Dauer: Die Ausbildung dauert 2 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Du solltest mindestens den Hauptschulabschluss haben. Im Jahr 2006 begannen in den Ausbildungsbereichen Industrie und Handel sowie Handwerk insgesamt 554 Fahrradmonteure und -monteurinnen ihre Ausbildung. 50 % von ihnen verfügten über den Hauptschulabschluss, 18 % über einen mittleren Bildungsabschluss.
Arbeitsorte: Du arbeitest in Betrieben, die Fahrräder montieren oder reparieren. Oder du bist im Fahrrad- und Fahrradzubehörhandel oder im Fahrradverleih tätig.
Nach der Ausbildung: Nach erfolgreicher Abschlussprüfung kannst du unter bestimmten Voraussetzungen deine Ausbildung um eineinhalb Jahre fortsetzen und die Prüfung zum/zur Zweiradmechaniker/in der Fachrichtung Fahrradtechnik ablegen. Danach kannst du Zweiradmechanikermeister/in werden oder dich gleich mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.












