Job inside: Gesundheits- und Krankenpfleger/in
Über Krankenhausserien kann Sabine nur lachen
Arztserien schildern den wirklichen Arbeitsalltag im Krankenhaus? Von wegen, Sabine weiß es besser. Als angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin erlebt die 19-Jährige viel Freude, aber auch Leid. Doch ihren Beruf möchte sie gegen keinen anderen eintauschen. Denn die ehemalige Hauptschülerin weiß, dass sie etwas Gutes und Sinnvolles tut.

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privatSabine hat ihren Wunschberuf gefunden.
planet-beruf.de: Sabine, wie läuft deine Ausbildung ab?
Sabine: Ich habe jeweils drei oder vier Wochen Blockunterricht an der Berufsfachschule. Dann bin ich zwei Monate im praktischen Einsatz. Bei meinem nächsten Einsatz bin ich zuerst auf einer chirurgischen Station, danach in einem Behindertenheim für Kinder und anschließend im Fachbereich Psychiatrie eingeteilt.
planet-beruf.de: Schilderst du uns bitte einen typischen Arbeitstag im Krankenhaus?
Sabine: Wir arbeiten in drei Schichten. Der Frühdienst dauert von 6:00 bis 14:30 Uhr, dann beginnt die Spätschicht und um 21:30 Uhr kommt die Nachtschicht.
Im Frühdienst beginnen wir mit der Übergabe. Dabei informiert uns die Nachtschicht, wie es den Patienten geht. Danach schaue ich mir die Krankenberichte an. So weiß ich, welche pflegerischen Schritte ich ausführen muss, etwa Blutzucker messen oder Spritzen geben. Ich hänge auch Infusionen an oder verabreiche Medikamente. Manchen Patienten helfe ich bei der Körperpflege oder unterstütze sie bei der Nahrungsaufnahme. Alles, was ich an einem Patienten mache, dokumentiere ich. Täglich schreibe ich Pflegeberichte und fülle Untersuchungsanträge aus.
Helfen, pflegen, heilen
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planet-beruf.de: Was unterscheidet deinen Alltag von Arztserien im Fernsehen?
Sabine (lacht): Das ist etwas grundlegend Anderes. In Fernsehserien bekommt man den Eindruck, dass man sich im Krankenhaus hauptsächlich unterhält. Dazu haben wir kaum Zeit. Bei uns geht es den Leuten auch oft sehr schlecht. Wir haben bettlägerige Patienten, die sich nicht bewegen können und für die wir die Körperpflege und Nahrungsaufnahme übernehmen. So etwas sieht man in Krankenhausserien so gut wie nie.
planet-beruf.de: Um wie viele Patienten musst du dich täglich kümmern?
Sabine: Während der Ausbildung versorge ich sechs bis acht Patienten pro Tag. Als ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin hat man Verantwortung für mehr Patienten. Im Nachtdienst ist man manchmal für eine ganze Station zuständig.
Sabines tägliche Arbeitsgegenstände:

- Infusionen,

- Tabletten ...

- und Spritzen.
Keine Altersbeschränkung
Für die Ausbildung zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/in schreibt der Gesetzgeber kein Mindestalter vor. Einige Berufsfachschulen setzen trotzdem ein bestimmtes Alter voraus.
planet-beruf.de: Was gefällt dir an deinem Beruf besonders?
Sabine: Der Beruf ist interessant, spannend und abwechslungsreich. Man lernt jeden Tag neue Menschen kennen. Mir macht es Freude, helfen zu können.
Wenn ich sehe, dass es Menschen besser geht, bin ich überzeugt, dass ich etwas Gutes getan habe. Das ist jede Mühe wert.
planet-beruf.de: Musst du dich bei manchen Arbeiten überwinden?
Sabine: Vor meiner Ausbildung habe ich mich geekelt, wenn sich ein Mensch übergeben hat. Inzwischen bin ich daran gewöhnt. Es ist alles menschlich.
planet-beruf.de: Gibt es noch andere Situationen in deinem Beruf, die dir schwer fallen?
Sabine: Ja, ich habe zum Beispiel schon viele Sterbende und schwer Kranke gesehen. Aber ich kann mittlerweile ganz gut mit Schicksalsschlägen anderer Menschen umgehen. Ich spreche auch offen mit Kollegen oder in der Klasse darüber. Es ist gut zu wissen, dass andere auch mit diesen Problemen zu kämpfen haben.
planet-beruf.de: Welche Fähigkeiten sollte man für deinen Beruf mitbringen?
Sabine: Man muss mit Menschen umgehen können und pünktlich sein. Wegen der wechselnden Schichten sollte man flexibel sein. Zuverlässigkeit und Genauigkeit spielen auch eine große Rolle. Denn kleine Fehler könnten schlimme Folgen haben.
Das Wichtigste zum Beruf in Kürze
Tätigkeiten: Als Gesundheits- und Krankenpfleger/in betreust und versorgst du eigenverantwortlich kranke oder pflegebedürftige Menschen.
Ausbildungsform: Du machst eine schulische Berufsausbildung, d.h. du lernst an einer Berufsfachschule für Krankenpflege.
Dauer: Die Ausbildung dauert 3 oder 3,5 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Du solltest einen mittleren Bildungsabschluss haben oder über einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer verfügen.
Arbeitsorte: Du arbeitest in Krankenhäusern, Facharztpraxen oder Gesundheitszentren. Darüber hinaus kannst du z.B. in Altenwohn- und -pflegeheimen oder in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung tätig sein.
Nach der Ausbildung: Du kannst verschiedene Qualifizierungslehrgänge besuchen, z.B. Gesundheitserziehung, Operationsdienst oder Pflege. Oder du bildest dich zum/zur Fachkrankenpfleger/-schwester oder Fachwirt/in mit verschiedenen Schwerpunkten weiter.












