Job inside: Hebamme/Entbindungspfleger
Mit Geduld und Ruhe im Kreißsaal
Schon seit dem Biounterricht in der 9. Klasse stand für Theresa fest, dass sie Hebamme werden möchte. Nach mehreren Praktika auf der Wochenstation im Klinikum Jena hat sie dort ihre Ausbildung begonnen.

- Hebammen bzw. Entbindungspfleger sind für Frauen in der Schwangerschaft wichtige Ansprechpartner/innen.
Am meisten freut sich Theresa bei ihren Praxiseinsätzen auf den Kreißsaal. "Im Kreißsaal eine Geburt zu begleiten, ist schön. Wenn es richtig losgeht, ist immer eine ausgebildete Hebamme dabei, aber bis es soweit ist, erledige ich viele Dinge selbstständig, immer in Absprache mit der Hebamme oder dem Arzt bzw. der Ärztin", erzählt sie selbstsicher.

-
PrivatTheresa ist Auszubildende zur Hebamme.
In der Praxis im Einsatz
In ihrer Ausbildung war Theresa auch schon auf der Wochenstation, wo sie z.B. frischgebackenen Mamas dabei half, ihre Neugeborenen zum Stillen anzulegen. Außerdem hat sie bereits die Gynäkologie und Rheumatologie kennengelernt. "Jede/r Schüler/in besucht während der Ausbildung auch eine fachfremde Station. Später komme ich z.B. noch auf die Schwangerenstation, auf die Frühgeborenenstation, in den OP oder begleite eine/n selbstständige/n Hebamme bzw. Entbindungspfleger bei der Arbeit", erklärt die 19-Jährige ihre künftigen Aufgaben.
Hautnah dabei
Momentan arbeitet Theresa bei der Schwangerenberatung, wo Schwangere ambulant aufgenommen und Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen werden, z.B. ein Ultraschall. Nach ihrem Einsatz dort geht es wieder in die Schule. "Ich bin abwechselnd auf den Stationen und in der Schule, jeweils für zwei Wochen", beschreibt sie den Ausbildungsaufbau.
Arbeitsbedingungen als Hebamme/Entbindungspfleger
Wenn du dich für den Beruf Hebamme/Entbindungspfleger entscheidest, arbeitest du nach der Ausbildung häufig als Selbstständige/r. Dabei musst du berücksichtigen, dass du deine Krankenversicherung vollständig selbst bezahlen musst und teure Pflichtversicherungen wie die Berufshaftpflicht anfallen. Deine Arbeitszeiten können zudem unregelmäßig sein: als freiberufliche/r Hebamme/Entbindungspfleger bist du stets in Rufbereitschaft, als Angestellte/r in einem Krankenhaus hast du wechselnde Schichten und Bereitschaftsdienste.
Geburtsbegleitung - eine anspruchsvolle Aufgabe
"Man muss verantwortungsbewusst, eigenverantwortlich und teamfähig sein, sollte Ruhe ausstrahlen und Geduld haben. Wichtig ist auch Selbstständigkeit", sagt Theresa. Nach ihrer Ausbildung hofft sie auf eine Festanstellung in der Klinik in Kombination mit der freiberuflichen Vor- und Nachsorgebetreuung von Schwangeren. "Ich würde gerne Geburtsvorbereitungskurse geben und eine Weiterbildung in Akupunktur machen. Die wird häufig im Kreißsaal zur Wehenanregung und als Ergänzung zu Schmerzmitteln eingesetzt", erläutert die Hebammenschülerin im 2. Ausbildungsjahr.
Das Wichtigste zum Beruf "Hebamme/Entbindungspfleger"
Tätigkeiten: Hebammen/Entbindungspfleger beraten werdende Mütter zu Fragen der Schwangerschaft, führen Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik durch, übernehmen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen und betreuen Entbindungen.
Ausbildungsform: Die Ausbildung findet in Schule und Krankenhaus statt.
Dauer: Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre.
Nach der Ausbildung: Grundsätzlich ist der Schritt in die Selbstständigkeit möglich. Wer eine leitende Position anstrebt, kann eine Aufstiegsweiterbildung ins Auge fassen, z.B. als Pflegedienstleiter/Pflegedienstleiterin.
Zugangsvoraussetzungen: Für die Ausbildung wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt. Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss (je nach Bundesland auch Berufsreife, Berufsbildungsreife, Erster allgemeinbildender Schulabschluss) und einer Berufsausbildung können ebenfalls zur Ausbildung zugelassen werden.













