Logo Planet-Beruf.de
Veröffentlicht am
18.03.2009
http://planet-beruf.de/Job-inside-Heilerzi.6738.0.html?&type=2

Job inside: Heilerziehungspflegehelfer/in

Für Menschen mit Behinderung da sein

Agathe wusste nach der Hauptschule zunächst überhaupt nicht, was sie beruflich machen wollte. Nach einem "Betheljahr" war ihr dann klar: Als Heilerziehungshelferin Menschen mit Behinderung zu helfen, das ist es! Inzwischen ist die 23-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr.

Porträt von Agathe
privat
Agathe: "Ich bekomme viel an Dankbarkeit oder Freude zurück".

planet-beruf.de: Wie bist du zu deinem Beruf gekommen?

Agathe: Meine Mutter hat mir geraten, ein "Betheljahr" zu machen. Das ist eine Art Freiwilliges Soziales Jahr der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel und dient der beruflichen Orientierung. Man kann testen, ob einem die Arbeit mit Menschen mit Behinderung liegt. Dadurch bin ich auf den Beruf Heilerziehungshelferin gekommen. In meiner Ausbildung habe ich die Möglichkeit, den Realschulabschluss nachzumachen und kann damit später die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin anschließen.

planet-beruf.de: Wolltest du schon immer mit Menschen arbeiten?

Agathe: Auf jeden Fall. Dennoch hatte ich anfangs Berührungsängste vor Menschen mit Behinderung. Das ist inzwischen anders. Je mehr man mit den Menschen zu tun hat, desto sicherer wird man.

.

planet-beruf.de: Wie findest du deine Ausbildung?

Agathe: Ich finde es gut, dass wir nach einem Jahr die Ausbildungsorte wechseln: Ein Jahr arbeiten wir im Wohnheim und das andere Jahr in der Werkstatt. Es ist wichtig, beide Orte kennen zu lernen, weil die Menschen und Aufgaben sehr verschieden sind.
Im Wohnheim hat man es meistens mit Menschen über 60 Jahren zu tun. Dort begleite ich Einkäufe oder Arztbesuche und helfe bei der Körperpflege. In der Werkstatt arbeiten Menschen zwischen 23 und 55 Jahren. Sie schneiden z.B. Briefmarken aus oder zählen Gummiringe für eine Firma und tüten sie dann ein. Dabei unterstütze ich sie, damit sie arbeitsfähig werden bzw. bleiben.

Tipp

Die Abschlussbezeichnung für die Ausbildung zum/zur Heilerziehungspflegehelfer/in unterscheidet sich in den einzelnen Bundesländern. Der Beruf kann auch Heilpädagogische/r Helfer/in oder - wie bei Agathe - Heilerziehungshelfer/in heißen.

nach oben

Eine Heilerziehungspflegehelferin reicht einem jungen Mann mit Behinderung seine Taschen.
Als Heilerziehungspflegehelfer/in hilfst du
Eine Heilerziehungspflegehelferin hilft einem jugen Mann mit Behinderung in die Jacke.
bei der Bewältigung alltäglicher Arbeiten wie Ankleiden oder Tasche packen.

planet-beruf.de: Was ist das Besondere am Umgang mit Menschen mit Behinderung?

Agathe: Man muss sich mit den verschiedenen Arten von Behinderung auseinandersetzen. Manche haben schwere Mehrfachbehinderungen, andere sitzen querschnittsgelähmt im Rollstuhl oder sind halbseitig gelähmt. Dazu kommen autistische Menschen, Menschen mit Down-Syndrom oder Menschen mit psychischen Verhaltensauffälligkeiten. Mit jedem von ihnen muss man unterschiedlich umgehen. Ich muss mich auf sie einstellen, geduldig sein. Dafür bekomme ich auch viel an Dankbarkeit oder Freude zurück.

planet-beruf.de: Was ist das Schönste an deinem Beruf?

Agathe: Dass man ganz viel Kontakt mit Menschen hat. Der Kontakt und die Verständigung auf verschiedene Art und Weise, das ist für mich das Wichtigste.

planet-beruf.de: Wem würdest du diesen Beruf empfehlen?

Agathe: Auf jeden Fall Leuten, die sich für Menschen interessieren. Man sollte Freude daran haben, neue Kontakte zu schließen, Menschen kennen zu lernen. Ein gewisses Interesse an Pflege ist auch wichtig. Das wird schließlich überall gebraucht - ob in der Werkstatt oder im Wohnheim. Jemand mit Vorbehalten gegen Menschen mit Behinderung ist sicher fehl am Platz.

planet-beruf.de: Vielen Dank für das Interview, Agathe!

Das Wichtigste zum Beruf

Tätigkeiten: Als Heilerziehungspflegehelfer/in betreust, pflegst, erziehst und förderst du insbesondere Menschen mit Behinderung.
Ausbildungsform: Du machst eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule oder einer anderen Bildungseinrichtung.
Dauer: Die Ausbildung dauert 1 Jahr. Wenn die Ausbildung den Erwerb von Zusatzqualifikationen wie z.B. das Nachholen des Realschulabschlusses beinhaltet, dauert sie 2 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Du solltest mindestens den Hauptschulabschluss haben. Weitere Angaben findest du im BERUFENET.
Arbeitsorte: Du arbeitest in Einrichtungen zur Eingliederung und Betreuung von Menschen mit Behinderung, z.B. in Tagesstätten, Kindergärten, Wohn- und Pflegeheimen. Du kannst auch bei ambulanten sozialen Diensten, in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken oder in Beratungsstellen tätig sein.
Nach der Ausbildung: Du kannst dich z.B. zum/zur Heilerziehungspfleger/in oder zum/zur Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen weiterbilden.

nach oben

Link in neuem Fenster: BERUFE-Universum

NEWS

  • Wettbewerb zur Informatik im Alltag

    Die Gesellschaft für Informatik e.V. ruft Schülerinnen und Schüler dazu auf, nach der Informatik im...

Video

Logo BERUFE.TV, Externer Link in neuem Fenster öffnen: Startseite BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit Videos zu Ausbildungsberufen:

BERUFE.TV

Umfrage

Welcher neue Ausbildungsberuf ist für dich interessant?

Mehr Infos

Berufe von A bis Z:

Heilerziehungspflege-
helfer/in

Auch David wird Heilerziehungspflegehelfer:

Jungs in sozialen Berufen

Mehr zum Thema Freiwilliges Soziales Jahr:

Einsatz lohnt sich

Logo Bundesagentur für Arbeit