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Veröffentlicht am
17.02.2010
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Job inside: Heilerziehungspfleger/in

Von Mensch zu Mensch

Als angehender Heilerziehungspfleger hilft der 24-jährige Kim-Markus Menschen mit Behinderung und unterstützt sie in ihrem Lebensalltag. Mit planet-beruf.de spricht der ehemalige Realschüler über seine Ausbildung und seine Aufgaben in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.

Ein junger Heilerziehungspfleger spricht mit einer Patientin im Rollstuhl.
Wer als Heilerziehungspfleger arbeiten möchte, sollte Einfühlungsvermögen besitzen.

planet-beruf.de: Was gefällt dir so an dem Beruf Heilerziehungspfleger?

Kim-Markus: Eigentlich alles, vor allem aber die Arbeit im Team mit anderen Pflegekräften und der Umgang mit Menschen. Die Bewohner geben mir sehr viel zurück.

planet-beruf.de: In welchen Einrichtungen lernst und arbeitest du während der Ausbildung?

Kim-Markus: Alle zwei Wochen besuche ich vier Tage lang eine Fachschule für Heilerziehungspflege. Die übrige Zeit arbeite ich in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung, das zum Heilpädagogischen Zentrum der Caritas Lichtenfels gehört.

planet-beruf.de: Welche Fächer hast du an der Fachschule?

Kim-Markus: Unser Dachfach heißt Lebenszeit- und Lebensraumgestaltung. Es bündelt die Fächer Spiel, Gestalten, Hauswirtschaft und Musik. Wir haben aber auch medizinischen und psychiatrischen Unterricht und die Fächer Psychologie und Pädagogik. Dabei lernen wir viel über Behinderungen und Krankheiten.

planet-beruf.de: Neben der Schule lernst du im Wohnheim die Berufspraxis kennen.

Kim-Markus: Richtig. In der Einrichtung gibt es fünf Gruppen. Ich helfe, eine Gruppe mit 13 Bewohnern zu betreuen.

Ein junger Heilerziehungspfleger kümmert sich um eine Patientin.
Als Heilerziehungspfleger hat man viel Körperkontakt mit anderen Menschen.

planet-beruf.de: Im Wohnheim arbeitet ihr in drei Schichten. Wie läuft eine Schicht ab?

Kim-Markus: Wenn ich nachmittags Dienst habe, komme ich um 15:45 Uhr zur Übergabe in die Gruppe. Der Frühdienst erklärt uns dann, was am Vormittag passiert ist und welche Dinge noch zu erledigen sind. Dann holen wir die Bewohner vom Bus ab. Sie arbeiten tagsüber in Behindertenwerkstätten. Zurück in der Gruppe trinken wir gemeinsam Kaffee und erledigen dann Hausarbeiten wie Wäsche waschen oder Putzen. Manchmal muss ich jemanden aus der Gruppe zum Arzt oder zum Einkaufen begleiten. Anschließend bereiten wir mit den Bewohnern das Abendessen vor und essen. Danach duschen und baden sie. Wir helfen ihnen dabei. Am Ende bleibt noch ein bisschen Zeit für Spiele und Gespräche. Bevor ich Feierabend mache, schreibe ich auf, welche Pflegemaßnahmen wir durchgeführt haben.

planet-beruf.de: Wie gehst du mit der Nähe zu anderen Menschen um?

Kim-Markus: Ich habe damit kein Problem. Wer in dem Beruf arbeiten möchte, muss Körperkontakt zulassen können. Denn die Bewohner möchten auch mal in den Arm genommen oder getröstet werden und bei der Körperpflege helfe ich sowieso.

planet-beruf.de: Welche Stärken sind in deinem Beruf noch wichtig?

Kim-Markus: Man sollte Einfühlungsvermögen mitbringen und muss den Bewohnern zuhören können. Teamfähigkeit ist auch ganz wichtig, denn wir betreuen die Gruppe immer zu dritt. Man muss auch tolerant sein und darf nicht wegen jeder Kleinigkeit in die Luft gehen. Flexibilität braucht man hinsichtlich der Arbeitszeiten im Schichtdienst und am Wochenende.

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Heilerziehungspfleger/innen betreuen und pflegen Menschen mit Behinderung in allen Situationen des Alltags. Sie unterstützen sie z.B. bei der Grundpflege und beim Essen oder verabreichen ihnen Medikamente nach ärztlichen Verordnungen.
Ausbildungsform: Die Ausbildung findet an Fachschulen oder Berufskollegs statt.
Dauer: Die Ausbildung dauert in Vollzeit 2 bis 3 Jahre, in Teilzeit 3 bis 4,5 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Für die Ausbildung brauchst du je nach Bundesland einen Hauptschulabschluss oder einen Mittleren Bildungsabschluss.
Nach der Ausbildung: Nach der Ausbildung kannst du unter bestimmten Umständen z.B. ein Studium als Heilpädagogin oder Heilpädagoge oder als Sozialarbeiter/in bzw. Sozialpädagogin oder -pädagoge absolvieren.

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planet-beruf.de >> Stand: 17.02.2010
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