Job inside: Keramiker/in
Eine Kunst, für die man Kraft braucht
Im Jahr 2009 begannen 38 Mädchen und Jungen eine Ausbildung als Keramiker/in.* Eine von ihnen ist Denise. Nach ihrem erweiterten Hauptschulabschluss fand die 18-Jährige ihren Ausbildungsberuf eher zufällig - und ist heute glücklich damit.

- Auch wenn die Arbeit eines Keramikers/einer Keramikerin körperlich anstrengend ist, kann man viel Spaß dabei haben.
planet-beruf.de: Dein Beruf wird nicht häufig angeboten. Wie bist du dazu gekommen?
Denise: Ich wollte unbedingt einen handwerklichen Beruf ausüben. Dass ich Keramikerin werde, kam durch Zufall. Im Internet habe ich eine Stellenanzeige meines heutigen Ausbildungsbetriebs gefunden. Ich habe dort angerufen, bin direkt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden und habe daraufhin ein Praktikum im Betrieb gemacht. Danach habe ich die Zusage für die Ausbildung erhalten.
Fit für die Zukunft
planet-beruf.de: Bist du mit deiner Berufswahl zufrieden?
Denise: Ja, sehr. Mit den Händen zu arbeiten macht mir Spaß. Es hat viel mit Kunst zu tun, wenn man Tongeschirr herstellt und bemalt. Keramiker/in ist auch ein körperlich anstrengender Beruf, denn Ton ist schwer.
Am Anfang hatte ich häufig Muskelkater im Rücken, im Bauch und in den Händen.

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PrivatDenise wollte unbedingt einen handwerklichen Beruf ausüben.
planet-beruf.de: Für deinen Beruf sollte man also die nötige Kraft mitbringen. Welche Fähigkeiten sind noch gefragt?
Denise: Man muss fingerfertig sein und darf kein Problem damit haben, sich dreckig zu machen. Das passiert ständig. Es ist auch wichtig, dass man mit Kunden umgehen kann. Denn unsere Teller, Tassen und Schüsseln verkaufen wir im Laden neben der Werkstatt. Außerdem sind wir oft auf Töpfermärkten. Dort führe ich den Leuten vor, wie man töpfert.
planet-beruf.de: Erklärst du uns bitte auch, wie das geht?
Denise: Für eine Tasse nehme ich mir erst die nötige Menge an Ton und knete sie kräftig durch. Auf einer elektrischen Töpferscheibe forme ich mit meinen Händen aus dem Ton eine Tasse. Wenn sie fertig ist, kann ich die Tasse von der Drehscheibe abschneiden und zum Trocknen in einen kühlen Raum stellen. Am nächsten Tag drehe ich sie um, damit auch der Tassenboden trocknet.

- Keramikwaren müssen einige Zeit trocknen, bevor sie im Ofen gebrannt werden können.
Ist das geschehen, drehe ich die Tasse auf der Töpferscheibe ab. Das heißt, ich entferne Unebenheiten und verpasse der Tasse den letzten Schliff. Nach dem Abdrehen befestige ich einen Henkel an der Tasse und ritze Verzierungen und Motive in den Ton. Dann muss die Tasse mindestens drei bis vier Tage trocknen, bevor wir sie abschleifen und zusammen mit anderen Keramikartikeln im Ofen bei ungefähr 900 Grad brennen können.
Nach dem ersten Brand sauge ich den Schleifstaub auf der Tasse ab. Jetzt kann ich sie glasieren und bemalen. Dann geht es bei fast 1.200 Grad noch einmal in den Brennofen. Erst danach ist die Tasse verkaufsfertig.
planet-beruf.de: Vielen Dank für das Gespräch!
*Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2009. Erhebung zum 30. September 2009. Tabelle 53, Blatt 12.












