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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Jugendarbeitsschutz

Nacht- und Schichtarbeit in der Ausbildung

In vielen Berufen kommen auch Auszubildende nicht um Nacht- oder Schichtarbeit herum. Jugendliche unter 18 Jahren stehen dabei aber unter dem besonderen Schutz des Gesetzgebers. Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist geregelt, wann, wie lange und unter welchen Bedingungen sie arbeiten dürfen.

Buchausschnitt mit Gesetzestext des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
Was bei der Beschäftigung von Jugendlichen erlaubt ist und was nicht, regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Ob in der Gastronomie, in der Alten- und Krankenpflege oder im Sicherheitsdienst - erforderlich ist der Einsatz rund um die Uhr, auch für Auszubildende.

Arbeitszeit, Pausen und Freizeit

In der Regel dürfen Jugendliche täglich nicht mehr als acht Stunden, wöchentlich nicht mehr als 40 Stunden und nicht öfter als fünf Tage hintereinander beschäftigt werden. Dabei müssen sie festgelegte Pausen bekommen: mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit ab viereinhalb bis sechs Stunden, und mindestens 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden. Länger als viereinhalb Stunden hintereinander dürfen Jugendliche nicht ohne Pause arbeiten.

Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit haben sie Anspruch auf eine ununterbrochene Freizeit von mindestens zwölf Stunden. Ausnahmen zu diesen Grundsätzen regeln die Paragrafen 8, 11, 13 und 15 des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Ausnahme Schichtarbeit

Ein Extra-Paragraf, nämlich Paragraf 12, schreibt vor, wie mit Schichtzeiten umzugehen ist: "Bei der Beschäftigung Jugendlicher darf die Schichtzeit (…) 10 Stunden, im Bergbau unter Tage 8 Stunden, im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung, auf Bau- und Montagestellen 11 Stunden nicht überschreiten." Unter Schichtzeit versteht man laut Paragraf 4, Absatz 2, die Arbeitszeit plus Ruhepausen.

Vor sechs – nach acht

Verbotsschild: roter Kreis mit durchgestrichener Figur, die Jugendlichen symbolisiert.
In der Nachtschicht haben Jugendliche nichts verloren. Ausnahmen für die Arbeit vor 6:00 und nach 20:00 Uhr bestehen allerdings.

Grundsätzlich dürfen Jugendliche nur zwischen 6:00 und 20:00 Uhr beschäftigt werden. Für viele Berufe bzw. Branchen aber gibt es Ausnahmen. Nachzulesen sind diese Ausnahmen in Paragraf 14. Hier die wichtigsten Bestimmungen:

  • Jugendliche über 16 Jahren dürfen

    • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22:00 Uhr,
    • in mehrschichtigen Betrieben bis 23:00 Uhr,
    • in der Landwirtschaft ab 5:00 Uhr oder bis 21:00 Uhr,
    • in Bäckereien und Konditoreien ab 5:00 Uhr (Jugendliche über 17 Jahre ab 4:00 Uhr) beschäftigt werden.
  • Jugendliche, die am nächsten Tag vor 9:00 Uhr zum Berufschulunterricht müssen, dürfen nach 20:00 Uhr nicht mehr arbeiten.
  • In Betrieben, in denen die Arbeitszeit aus verkehrstechnischen Gründen nach 20:00 Uhr endet, sowie in mehrschichtigen Betrieben gelten ebenfalls besondere Regeln. Die  Jugendlichen dürfen bis 21:00 Uhr beschäftigt werden, bzw. ab 5:30 Uhr oder bis 23:30 Uhr, wenn sie über 16 Jahre alt sind. Voraussetzung: Der Betrieb hat die Sonderzeiten bei einer Aufsichtsbehörde angezeigt. Und: Durch die späte Arbeitszeit werden unnötige Wartezeiten vermieden.
  • Jugendliche dürfen in Betrieben, in denen die Beschäftigten großer Hitze ausgesetzt sind, in der warmen Jahreszeit ab 5:00 Uhr beschäftigt werden.
  • Jugendliche dürfen bei Veranstaltungen, z.B. Konzerten oder Filmaufnahmen, bis 23:00 Uhr mitwirken. Das gilt aber nur für Veranstaltungen, die nicht den Vorschriften des Jugendschutzgesetzes widersprechen. Danach müssen sie mindestens 14 Stunden frei bekommen.

Arbeiten am Wochenende

An Samstagen und Sonntagen dürfen Jugendliche nur

  • in Krankenhäusern, Alten-, Pflege- und Kinderheimen,
  • in der Landwirtschaft und Tierhaltung,
  • im Familienhaushalt,
  • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe,
  • bei Veranstaltungen wie Konzerten oder Theatervorstellungen,
  • beim Sport oder
  • im ärztlichen Notdienst beschäftigt werden.

Weitere Ausnahmen, die für Wochenenden und Feiertage gelten sowie die Regelungen für den Freizeitausgleich findet man in den Paragrafen 16 bis 18 des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Ausnahme Binnenschifffahrt

Abweichungen von diesen Regelungen der Schicht- und Nachtarbeit gibt es für die Binnenschifffahrt. Jugendliche über 16 Jahren dürfen dort z.B. eine Schicht auf 14 Stunden ausdehnen, nach 22:00 Uhr und an jedem Tag der Woche arbeiten. Im Detail ist das in Paragraf 20 erklärt. Abweichungen kann es auch aufgrund spezieller Tarifverträge geben. Informationen hierzu enthält der Paragraf 21a.

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Stand: 04.03.2009
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