Kleidung im Beruf
Tausche Jeans gegen Blaumann
Viele werden das in der Ausbildung kennen lernen: Morgens geht es in Jeans, Pulli und Turnschuhen los zur Arbeit, dann ist Umziehen angesagt. Denn in einigen Berufen ist Berufs- bzw. Arbeitskleidung oder Schutzkleidung Vorschrift.
Unterschieden wird zwischen Berufs-, Arbeits- und Schutzkleidung:
- Berufskleidung ist die typische Kleidung eines Berufs, z.B. eine Uniform, die Kochmütze beim Koch oder der Kittel in medizinischen Berufen.
- Arbeitskleidung wird anstelle der eigenen Kleidung oder zum Schutz vor Verschmutzung der eigenen Sachen getragen, z.B. der Blaumann oder Overall von Handwerkern.
- Schutzkleidung schützt besonders vor schädigenden Einwirkungen wie Hitze, Nässe, Kälte oder Lärm. Zu beruflicher Schutzkleidung zählen z.B. Schutzbrillen, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe oder Handschuhe. Diese dienen dazu, schlimme Unfälle zu vermeiden, bzw. bei Unfällen entsprechend geschützt zu sein. Feuerwehrleute tragen beim Einsatz als "persönliche Schutzausrüstung" (PSA) z.B. einen Schutzanzug, Stiefel, Handschuhe und einen Helm - alles natürlich feuerfest (siehe auch Infokasten unten).
Drei Azubis berichten, was sie während ihrer Arbeit tragen:

- Helm, Schutzbrille und Handschuhe gehören zur Schutzausrüstung eines Gießereimechanikers
René, 20 Jahre, Ausbildung zum Gießereimechaniker, Spezialisierung Handformguss
planet-beruf.de: Was hast du bei deiner Arbeit an?
René: In der Gießerei trage ich immer hohe Schutzschuhe mit Stahlkappe, einen Helm und Handschuhe. Dann bekommen wir zweimal im Jahr eine Hose aus funkenfestem Material sowie zwei Arbeitsjacken. Das wird alles vom Betrieb gestellt.
planet-beruf.de: Warum musst du das tragen?
René: In der Gießerei ist Helmpflicht, weil Leute über unseren Köpfen arbeiten, z.B. an den Kränen. Es könnte ja immer irgendwas von oben runterfallen. Die Hose und Jacke sind funkenfest, sehr dick und reißfest. Man ist also vor Verbrennungen geschützt, wenn es spritzt oder beim Flexen. Die Stahlkappenschuhe verhindern Quetschungen an den Füßen, wenn etwas runterfällt. Die Handschuhe tragen wir, damit wir uns nicht schneiden, wenn wir mit scharfkantigen Gegenständen arbeiten.
Schutz muss sein
planet-beruf.de: Musst du deine Arbeitskleidung immer tragen?
René: Wir sind immer in voller Montur. Die Sachen tragen wir ja nicht zum Spaß! Ich geh morgens zur Arbeit, zieh dann meine Alltagskleidung aus und meine Arbeits- bzw. Schutzkleidung an. Wenn die Arbeit vorbei ist, dusche ich, zieh meine Zivilkleidung an und die Sachen kommen wieder in den Spind.

- Damit alles keimfrei bleibt, tragen alle im Labor besondere Kleidung.
Linda, 23 Jahre, Ausbildung zur Biologielaborantin
planet-beruf.de: Was trägst du bei der Arbeit?
Linda: Wenn wir hier herumlaufen, tragen wir immer einen langen weißen Kittel wie beim Arzt und oben geschlossene Latschen mit Bändchen hinten, damit man nicht rausrutscht. Im Labor tragen wir Handschuhe, oft noch Mundschutz und Schutzbrillen, wie diejenigen aus dem Chemieunterricht. Wir kriegen die Kleidung komplett gestellt und bezahlt. Und wenn uns was fehlt, können wir uns die Sachen selbst bestellen.
planet-beruf.de: Wovor schützt dich die Kleidung?
Linda: Allgemein gegen Chemikalien und vor Infektionen. Ich bin ja in der Pharmaforschung und arbeite mit Stoffen, die noch nicht getestet wurden. Davor müssen wir uns natürlich schützen. Viele Substanzen sind zuerst noch in Pulverform. Wir müssen daraus dann Lösungen herstellen, sie also flüssig machen. Damit wir das Pulver dabei nicht einatmen oder dagegen pusten, müssen wir einen Mundschutz tragen.
Wenn wir im keimfreien Bereich arbeiten, müssen wir auch darauf achten, dass wir ihn nicht verunreinigen.
Tipp
Im BERUFENET findest du zu allen Ausbildungsberufen bei "Tätigkeit" unter "Arbeitsbedingungen" Angaben zur Schutzkleidung.
planet-beruf.de: Trägst du die Sachen den ganzen Tag?
Linda: Morgens komme ich ganz normal in meinen Straßenklamotten. In einer Schleuse, wo unsere Schränke sind, ziehen wir uns um: Wir tauschen die Straßenschuhe gegen weiße Schlappen und werfen uns den Kittel über. Dann geht es in den so genannten "weißen Bereich".
Der Pausenraum ist zwar hier im Gebäude, aber wir müssen durch die Schleuse wieder raus und ziehen dann blaue Schlappen an, das nennt man bei uns den "blauen Bereich". Abends ziehe ich mich ganz normal wieder um und gehe nach Hause.

- Um auf der Straße gut gesehen zu werden, tragen Straßenbauer Hosen und Jacken in knalligem orange mit Reflektoren.
Thomas, 20 Jahre, Ausbildung zum Straßenbauer
planet-beruf.de: Welche Kleidung trägst du bei der Arbeit?
Thomas: Ich trage einen Arbeitsanzug, der von der Firma gestellt wird. Und ganz wichtig für Handwerker: Er hat eine Zollstocktasche! Dann trag ich noch Sicherheitsschuhe mit Stahlkappe und dicker Sohle. Damit werden Verletzungen verhindert, wenn man z.B. in einen Nagel tritt. Die Schuhe sind besonders hitzebeständig, damit man keine Verbrennungen bekommt. Im Schwenkbereich vom Bagger müssen wir immer einen Helm anziehen.
planet-beruf.de: Gibt es für unterschiedliche Aufgaben auch unterschiedliche Kleidung?
Thomas: Eigentlich nicht: Straßenbauer, Pflasterer und Kanalbauer tragen dieselbe Kleidung. Wenn es regnet oder im Graben Wasser steht, ziehen wir eben Gummistiefel mit Stahlkappe und durchtrittsicherer Sohle an.
Bei Regen oder Kälte tragen wir noch besondere Wetterschutzkleidung. Und beim Straßenbau kann es passieren, dass man von den anderen nicht so gut gesehen wird. Deshalb ist hier eine auffällige Warnkleidung vorgeschrieben.
planet-beruf.de: Musst du die Sachen immer tragen?
Thomas: Wir müssen den Arbeitsanzug immer anhaben, denn dazu gibt es eine Betriebsvereinbarung. Die Firma möchte, dass wir ein einheitliches Bild abgeben. Die Sicherheitsschuhe müssen wir natürlich immer tragen. Wenn es laut ist, ist Gehörschutz angesagt, der gehört dann zur PSA, genau wie der Mundschutz bei Staub oder die Schutzbrille beim Schneiden von Metall oder Stein.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Wer welche Schutzkleidung wann tragen muss, stellt der Arbeitgeber in einer so genannten "Gefährdungsanalyse" fest. Diese Analyse dient dazu, sich über die vorhandenen Gefahren bei der Arbeit klar zu werden, damit dann die entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen werden können.
Die PSA im Sinne der Unfallverhütungsvorschriften muss vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.
Mehr Infos zum Thema Arbeitsschutz:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung













