MINT-Ausbildungsberuf: Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in
"Der Beruf ist perfekt für mich"
Denise geht täglich mit Prothesen und Bandagen um. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr zur Orthopädiemechanikerin und Bandagistin. Die 20-Jährige hat hier zwischen Medizin und Handwerk ihren Wunschberuf gefunden.

-
Klaus Steuer GmbH - Ihr Sanitätshaus am BodenseeSchleifen ist eine Handwerkstechnik, die Denise als Orthopädiemechanikerin und Bandagistin beherrschen muss.
Denise hat ihren jetzigen Beruf zum ersten Mal in der Ergebnisliste im BERUFE-Universum entdeckt. "Ich wusste überhaupt nicht, was sich hinter der Berufsbezeichnung Orthopädiemechanikerin und Bandagistin verbirgt", sagt die 20-Jährige. Also informierte sie sich im Internet: Sie recherchierte die Aufgaben und Tätigkeiten im Beruf und fand einen Ausbildungsbetrieb ganz in ihrer Nähe: die Klaus Steuer GmbH - ein Sanitätshaus am Bodensee.
Handwerk in der Werkstatt …

- Bandagen müssen richtig sitzen. Das kontrollieren Orthopädiemechaniker/innen und Bandagisten/Bandagistinnen vor dem Verkauf.
Dort absolvierte Denise ein Praktikum und war dabei auf Anhieb von dem Beruf begeistert. "Er verbindet das Medizinische und das Handwerkliche. Das war für mich perfekt", schwärmt sie. Daher folgte dem Praktikum nach dem Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses auch bald die Ausbildung.
Seit drei Jahren ist Denise nun mittendrin in der Orthopädiemechanik. Vier Tage die Woche ist sie in der Werkstatt eingesetzt. Dort baut sie für ihre Kunden zum Beispiel Prothesen, also Ersatz für fehlende Gliedmaßen.
Dabei führt sie von der Vermessung bis zum fertigen Produkt alle Arbeitsschritte aus: "Ich nehme Abdrücke, gieße die Prothesen und schleife sie zu", erklärt Denise. Dazu benutzt sie Werkzeuge wie Schleif- oder Bohrmaschinen, Schraubenzieher und Feilen. Mit diesen geht Denise mittlerweile ebenso sicher um wie mit Lockenstab und MP3-Player.
Das braucht Denise in ihrem Beruf
Für den Beruf Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in braucht man handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis. Gute Noten in Mathe, Deutsch und Werken sowie Interesse an Medizintechnik sind ebenfalls gefragt.
… Beratung im Sanitätshaus
Einmal pro Woche hat Denise Dienst im Sanitätshaus. "Dort werden Stützbandagen für Gelenke, Reha-Technik wie Rollstühle und im Winter auch warme Wäsche zum Verkauf angeboten", schildert sie. Diese Waren bietet sie ihren Kundinnen und Kunden an.
"Im Sanitätshaus verkaufe und berate ich fast ausschließlich. Zum Beispiel probiere ich mit Kunden, die eine Bandage kaufen wollen, aus, welche Größe sie brauchen", erzählt Denise.

- In der Ausbildung lernt man, Prothesen richtig anzufertigen.

- Orthopädiemechaniker/innen und Bandagisten/Bandagistinnen benutzen auch die Nähmaschine.
Faszinierend für Mädchen
Denise fasziniert an ihrem Beruf, dass sie direkt für Menschen und deren Gesundheit tätig ist - und zwar richtig handwerklich. "Sicher werde ich dabei manchmal dreckig oder breche mir einen Fingernagel ab, aber das ist okay", sagt sie.
Schließlich gehört zum Handwerk oft auch das Nähen an der Nähmaschine. "Dieser Beruf ist eine Aufgabe, die keineswegs nur Jungs meistern können!", schmunzelt sie.
Orthopädiemechanik im Alltag

- Orthopädie beginnt schon mit der Schiene oder Gelenkbandage für den Sport.
Du trägst beim Sport, z.B. beim Volleyball oder beim Fußball, eine Fußgelenkbandage oder Knieschoner? Dann kennst du einen kleinen Teilbereich der Orthopädiemechanik. In diesem Fachgebiet werden in Maßarbeit orthopädische Hilfsmittel wie Prothesen sowie spezielle Reha-Technik angefertigt. Auch die Bandagen, mit denen du Gelenke oder Bänder vor Verletzungen schützen kannst, zählen dazu. Sie werden zwar nicht extra für deinen Fuß maßgefertigt, aber auch sie müssen richtig am Fuß sitzen, damit sie ihren Zweck erfüllen.















