Migrantenbetriebe bilden aus
Ausbildung leicht gemacht: KAUSA berät von Migranten geführte Betriebe
KAUSA (Koordinierungsstelle Ausbildung bei Selbstständigen mit Migrationshintergrund) unterstützt Unternehmer/innen aus anderen Herkunftsländern dabei, auszubilden. Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchen, können sich bei den bundesweit 37 Projekten informieren.
Türkisch-, polnisch- oder italienischstämmige Betriebsinhaber/innen haben oft selbst nicht in Deutschland die Schule besucht oder einen Beruf gelernt. Sie sind nicht vertraut mit dem deutschen Bildungssystem und wissen manchmal nicht, dass sie ausbilden können oder wie das funktioniert. Hier setzt die Arbeit von KAUSA ein. In zurzeit 37 Projekten werden "Migrantenbetriebe" mit Informationen versorgt und in Weiterbildungskursen geschult.
Von Tür zu Tür

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PrivatSeda Rass-Turgut, Programmbereichsleiterin bei KAUSA.
KAUSA-Programmbereichsleiterin Seda Rass-Turgut weiß, wie engagiert in den Projekten gearbeitet wird: "Entscheidend ist die persönliche Ansprache der Selbstständigen. Unsere Projektmanager/innen gehen von Tür zu Tür. Sie besuchen die Betriebe vor Ort und leisten wichtige Überzeugungsarbeit.
Das Ziel ist, neue Ausbildungsplätze zu gewinnen. Über 2800 sind seit dem Start von KAUSA bis jetzt akquiriert worden."
Gelebte Integration
Auch die Vermittlung von passenden Auszubildenden gehört zu den Aufgaben der KAUSA-Projekte. In großen Branchen wie Gastronomie oder Handel, aber auch in Rechtsanwaltskanzleien und Arztpraxen sucht man mehrsprachigen Nachwuchs. Seda Rass-Turgut stellt bei Betrieben, die von Menschen mit Migrationshintergrund geführt werden, auch eine neue Entwicklung fest: "Wenn die Zweisprachigkeit im Betrieb keine Rolle spielt, werden zunehmend auch Jugendliche aus anderen Nationen als der eigenen eingestellt, so auch deutsche Jugendliche."
KAUSA-Projekte
Die derzeit 37 Projekte unter dem Stichwort "Migrantenbetriebe bilden aus" finden Sie auf der KAUSA-Projektlandkarte. Gerne geben Ihnen die Projektverantwortlichen Auskunft zu Ausbildungsbetrieben, wenn Ihr Kind einen Ausbildungsplatz sucht und dabei seine Zweisprachigkeit nutzen möchte.

- Beispielsweise in Hotel- und Gastronomiebetrieben werden mehrsprachige Nachwuchskräfte gesucht.
Der Gesellschaft etwas zurückgeben
Oguz Sarikaya führt seit 2001 zusammen mit seinen Partnern die Rechtsanwaltskanzlei SBT-Rechtsanwälte in Köln. Es ist selbstverständlich für ihn junge Leute auszubilden: "Die Gesellschaft hat mir etwas gegeben und ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das kann ich am besten, wenn ich jungen Menschen eine Berufsausbildung ermögliche. Dazu kommt, dass man den eigenen Nachwuchs am besten im eigenen Betrieb ausbilden kann."
In der Rechtsanwaltskanzlei ist Zweisprachigkeit ein wichtiges Thema: "Wir haben viele Geschäftsverbindungen und Kontakte in der Türkei. Unsere Mitarbeiter/innen müssen deshalb sowohl die deutsche als auch die türkische Sprache in Wort und Schrift sehr gut beherrschen." Zurzeit werden in der Kanzlei drei junge Frauen zu Rechtsanwaltsfachangestellten ausgebildet.
KAUSA im Netz
KAUSA ist ein Programmbereich innerhalb des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.jobstarter.de.
Um das Thema "Ausbildung in Migrantenbetrieben" stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, wurde der KAUSA-Medienpreis ausgeschrieben. Junge Journalisten bzw. Journalistinnen sind aufgefordert, interessante Geschichten über Ausbildungswege von Migranten bzw.Migrantinnen einzureichen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.kausa-medienpreis.de.













