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Veröffentlicht am
28.09.2011
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Migrationshintergrund und Berufswahl

Chancen für ausländische Schüler/innen

Migrationshintergrund ist nicht nur Last. Er beinhaltet auch Potential, das sich auf dem Arbeitsmarkt auszahlen kann. In Pflege und Dienstleistung sind Zweisprachigkeit und interkulturelle Kompetenz gefragter denn je.

Erzieher mit drei Kindern an einem Tisch.
In sozialen Berufen, egal ob in der Pflege oder in der Erziehung, ist Migrationshintergrund ein Vorteil. Er hilft, die Klientel, mit der man arbeitet, besser zu verstehen.

Chance: Interkulturelle Pflege

"Deutschland ist ein Einwanderungsland. Bei uns leben viele Migranten. Auch diese Menschen werden älter und pflegebedürftig", sagt Barbara Venhaus-Schreiber, Leiterin der Bremer Krankenpflegeschule e.V.. In Ihrem Bereich sieht sie deshalb genauso Chancen für ausländische Jugendliche.

"In der Pflege ist es ein Vorteil, Migrantenkinder im Team zu haben. So können die verschiedenen kulturellen Hintergründe der Patienten berücksichtigt werden." Ihre Schule spiegelt die Möglichkeiten bereits wieder: 10 bis 15 Prozent der Schüler/innen bringen derzeit Migrationshintergrund mit.

Chance: Globalisierte Dienstleistung

Auch beim TÜV Rheinland, bei dem Kurt Zeidler die kaufmännische Ausbildung leitet, stehen die Chancen für ausländische Mitarbeiter/innen gut. "Wir sind ein internationaler Dienstleister", sagt er. Da gehören ausländische Kolleginnen und Kollegen in allen Abteilungen längst zum vertrauten Bild.

"Kundenbeziehungen ins Ausland erfordern eben, dass jemand die Sprachfertigkeiten für ein solches Kundenland mitbringt", erklärt Kurt Zeidler. Ererbte Zweisprachigkeit erweist sich in diesem Punkt als Vorteil, den Migrantenkinder deutschen Jugendlichen voraus haben.

Tipp: Betriebe suchen!

Machen Sie sich mit Ihren ausländischen Schülern und Schülerinnen auf die Suche,
besuchen Sie die Internetseiten von Firmen aus Ihrer Region! Dort können Sie schnell und einfach herausfinden, ob ein Migrationshintergrund Chancen bietet.

Defizite ausräumen

Natürlich kann der Migrationshintergrund aber auch ein Stolperstein sein, der den Weg zum Beruf erschwert. Barbara Venhaus-Schreiber beispielsweise bemerkt häufig "kulturelle Unterschiede in der Vorstellung dessen, welche Aufgaben Pflege übernimmt". Und sie kennt es auch, dass weibliche Führungspersonen gerade gegenüber männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben.

"Viele ausländische Jugendliche werden zu sehr in der Kultur ihrer Eltern groß und haben wenig Kontakt zur Kultur des Landes, in das sie eingewandert sind", sagt sie.

Kulturelle Missverständnisse kennt Kurt Zeidler in seiner Branche nicht. Er hadert stattdessen mit den Sprachkenntnissen vieler Bewerber/innen. Muttersprachliche Fähigkeiten erhalten und im Fach Deutsch den Schwerpunkt auf die Vermittlung beruflicher Sprachkenntnisse verlegen, lautet deshalb sein Vorschlag zur Verbesserung der Lage.

Stärken betonen

Nicht nur Schule ist jedoch gefragt, wenn es darum geht, Chancen zu erhöhen. Jugendliche selbst könnten mit den Pfunden ihrer Herkunft wuchern. "Aber ausländische Bewerber/innen versuchen eher, sich anzupassen und die gleichen Argumente zu bringen wie die deutschen Bewerber“, sagt Barbara Venhaus-Schreiber.

Dabei kann der Migrationshintergrund in der Bewerbung ein echter Türöffner sein, weiß Kurt Zeidler: "Wenn man es geschickt versteht, einen Zusammenhang zwischen der Multikulturalität und einem Unternehmen herzustellen, kann man daraus einen Vorteil ziehen“, weiß er.

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Stand: 26.11.2008
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