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Veröffentlicht am
20.01.2010
http://www.planet-beruf.de/Qualitaetssiegel-zur.9607.0.html?&type=16

Qualitätssiegel zur Berufsorientierung

Vorbildliche Berufsorientierung - geprüft und besiegelt

"Qualitätssiegel" sind sichtbarer Ausdruck für die Qualität der Berufsorientierung. In Bremen wird erfolgreich teilnehmenden Schulen das Siegel "Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung", in Thüringen das Siegel "Berufswahlfreundliche Schule" verliehen.

Eine Lehrerin erklärt einigen Schülern und Schülerinnen etwas in einem Klassenzimmer.
In verschiedenen Bundesländern können sich Schulen einem standardisierten Zertifizierungsprozess stellen.

"Qualitätsmanagement" ist nicht nur in Wirtschaftsunternehmen ein weit verbreitetes Instrument zur Verbesserung von Leistungen und Prozessen. Im Bereich der Berufswahlvorbereitung können sich auch Schulen in verschiedenen Bundesländern freiwillig einem standardisierten Zertifizierungsprozess stellen und dadurch die in diesem Rahmen erbrachten Leistungen evaluieren, dokumentieren und der Öffentlichkeit bekannt machen.

Beispiel 1: Heinrich-Heine-Schule, Integrierte Gesamtschule Bremerhaven, im Land Bremen

Seit Einführung des Qualitätssiegels in Bremen im Jahr 2006 darf sich die Heinrich-Heine-Schule in Bremerhaven "Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung" nennen. Auch die "Rezertifizierung" im Jahr 2009 hat sie erfolgreich gemeistert. "Wir Lehrkräfte aus dem Fachbereich Wirtschaft-Arbeit-Technik haben uns damals gefragt, ob das, was wir machen so richtig ist. Deshalb haben wir das Angebot, uns bei dieser Zertifizierung überprüfen zu lassen, gerne angenommen," erklärt Bernd Kleinschmidt, WAT-Lehrer, die Motivation zur Teilnahme an der Zertifizierung. "Die Außenbetrachtung war uns sehr wichtig, also dass Vertreter aus der Wirtschaft und Verbänden sich unseren Unterricht und unser Konzept anschauen und darüber mit uns diskutieren. Auch unsere Schulleitung hat uns sehr unterstützt."

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Bernd Kleinschmidt steht in einem Klassenzimmer.
Privat
Bernd Kleinschmidt, WAT-Lehrer, hält eine Außenbetrachtung für sehr wichtig.

Dokumentation und Auditierung

In einem zweistufigen Beurteilungsverfahren wurde bewertet, welche Qualitätsstandards die Schule in den Bereichen Kompetenzentwicklung und Berufsorientierung erreicht haben: "Wir mussten uns bei der Bewerbung um die Zertifizierung in einem Fragebogen zu verschiedenen Aspekten äußern. Diese Angaben wurden dann als Grundlage für eine nähere Betrachtung der Schule in einem Audit verwendet." Für das Audit haben ein Wirtschaftsvertreter und eine Berufsschulleiterin einen Tag die Schule besucht und sich mit Schülern, Eltern und der Schulleitung unterhalten.

Nächste Runde?

Drei Jahre darf eine mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnete Schule den Titel führen, dann steht eine Rezertifizierung an: "Hier wird vor allem Wert auf die Weiterentwicklung und Vertiefung im Bereich Kompetenzentwicklung und Berufsorientierung gelegt, sowie auf die Feedback-Kultur. Außerdem wird darauf geachtet, ob Schwachpunkte aus der ersten Zertifizierung behoben wurden," fasst Herr Kleinschmidt zusammen.

Was macht die Heinrich-Heine-Schule zu einer "Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung"?

"1. Unser verbindlicher schuleigener Berufsorientierungsfahrplan für Schüler und Eltern,
2. die enge Kooperation mit Betrieben im Stadtteil,
3. das positive Schülerurteil und die positive Wirkung durch Seminarfahrten und
4. die Förderung von praktischen Kompetenzen",
zählt Bernd Kleinschmidt die Punkte auf, die ihnen bei der Titelverleihung genannt wurden.

Tipps für andere

"Ich kann nur alle Schulen ermutigen, an diesem Verfahren teilzunehmen. Das ist sehr lehrreich. Es macht Spaß, sich mit Außenstehenden über Schule und Schularbeit zu unterhalten und dieser Austausch ist wichtig!" betont Bernd Kleinschmidt.

Beispiel 2: Staatliche Regelschule Wormstedt, Thüringen

Porträt von Petra Stiller.
Privat
Petra Stiller, Leiterin der Arbeitsgruppe Berufswahlvorbereitung an der RS Wormstedt.

"Wir sind eine kleine Landschule und wollten mit dieser Zertifizierung zeigen, dass bei uns auch eine gute Berufswahlvorbereitung gemacht wird. Denn jeder Schüler, der unsere Schule verlassen hat, wusste am Ende, wie es weitergeht", nennt Petra Stiller, Leiterin der Arbeitsgruppe Berufswahlvorbereitung an der RS Wormstedt, ihre Beweggründe.

Bewerbung und Zertifizierung

Das Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" wird vom "Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft" koordiniert. Am Anfang steht die Bewerbung mit einem Fragebogen. Eine Jury aus Vertretern des Kultusministeriums, der Wirtschaft, Eltern, Schülern und Lehrern, beurteilt diese Bewerbung. Ist eine bestimmte Prozentzahl erreicht, folgt das Audit.

Zum Audit kommen drei bis vier Mitglieder der Jury für einen Tag an die Schule und laden Schülervertreter, Eltern, Kooperationspartner und andere außerschulische Partner zu Interviews ein. Dann werden die Ergebnisse zusammengestellt und darüber beraten - für die RS Wormstedt mit Erfolg: Anfang 2009 haben auch sie das Qualitätssiegel "Berufswahlfreundliche Schule" für zwei Jahre verliehen bekommen.

Was macht die RS Wormstedt zur "Berufswahlfreundlichen Schule"?

"Wir arbeiten schon mit Beginn der 5.Klasse an einer Berufswahlvorbereitung. In unserem schulinternen Lehrplan leisten viele Fächer in unterschiedlicher Art und Weise ihren Beitrag zu einer langfristigen Berufswahlvorbereitung", nennt Petra Stiller einen wichtigen Aspekt.

Außerdem von großer Bedeutung ist die Kooperation mit der Wirtschaft, betont Petra Stiller: "Wir sind Mitglied im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft und wir haben zwei langfristige Kooperationspartner, mit denen wir intensiv zusammenarbeiten: Es kommen z.B. Experten in den Unterricht, um aus der Praxis zu berichten."

"Nur Mut: Bewerben Sie sich!"

"Wer ein gutes Konzept hat, sollte das auch nach außen zeigen," ermuntert Petra Stiller andere Schulen zur Teilnahme an einer Zertifizierung. "Der Blickwinkel von anderen kann neue Strukturen schaffen, den Weg zu neuen Kooperationspartnern eröffnen und die Zusammenarbeit mit den alten festigen."

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