Taschengeld
Wichtige Erfahrung fürs spätere Leben
Immer mehr Jugendliche in Deutschland kommen mit ihrem Geld nicht zurecht und verschulden sich. Klaus Röttgen, Leiter der Jugendberatung Mobilé, erklärt, wie Taschengeld dabei helfen kann, diese Situation zu vermeiden.

- Setzen Sie einen fairen Betrag fest, den Ihr Kind regelmäßig erhalten soll.
planet-beruf.de: Muss Taschengeld überhaupt sein?
Klaus Röttgen: Eltern sind nicht verpflichtet, Taschengeld zu zahlen. Aber es ist die beste Möglichkeit, Kindern den verantwortlichen Umgang mit Geld beizubringen. Das wird für ihr späteres Leben von zentraler Bedeutung sein.
planet-beruf.de: Was lernen Kinder aus dem Umgang mit dem Taschengeld?
Klaus Röttgen: Zum einen lernen Kinder, dass sie für einen bestimmten Zeitraum nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung haben. Sie sind also gezwungen, sich diesen Betrag einzuteilen. Zweitens werden sie erfahren, dass das Geld, das sie zur Verfügung haben, nicht für alle Wünsche ausreicht. Das heißt, sie müssen Prioritäten setzen und entscheiden, wofür sie es ausgeben. Weiterhin lernen sie zu sparen, wenn sie etwas kaufen möchten, das mehr kostet, als sie haben.
planet-beruf.de: Wie viel Taschengeld ist für 14- bis 16-Jährige sinnvoll?
Klaus Röttgen: Die Höhe des Taschengeldes ist abhängig vom Familieneinkommen. Orientierung bietet z.B. die Taschengeldtabelle der deutschen Jugendämter. Für 14-Jährige sieht diese 22,50 Euro vor, für 15-Jährige dürfen es 3 Euro monatlich mehr sein. Bei 16-Jährigen, die noch nicht in Ausbildung sind, sind etwa 30,50 Euro pro Monat in Ordnung. Die Höhe des Taschengeldes setzen allein die Eltern fest.

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PrivatKlaus Röttgen ist Leiter der Jugendberatung Mobilé.
planet-beruf.de: Welche Ausgaben sollten Kinder vom Taschengeld bestreiten?
Klaus Röttgen: Das Taschengeld dient der Erfüllung persönlicher Wünsche. Jugendliche können sich davon z.B. Zeitschriften kaufen oder sich einen Kinobesuch, Konzertkarten oder den Hamburger zwischendurch leisten. Für alles, was zum notwendigen Lebensunterhalt gehört, z.B. Kleidung, Schulbücher, Essen und Trinken, müssen die Eltern aufkommen.
planet-beruf.de: Wie oft sollte die Höhe des Taschengeldes angepasst werden?
Klaus Röttgen: Am besten jährlich. Der Geburtstag ist ein guter Punkt, weil er signalisiert: "Du bist ein Jahr älter und deine Ansprüche haben sich verschoben." Man sollte unbedingt vermeiden, das Taschengeld vorzeitig aufzustocken, weil es regelmäßig vor Monatsende aus ist. Bei diesem Vorgehen lernen die Jugendlichen nicht, mit ihrem Geld zu haushalten.
planet-beruf.de: Was sollte beachtet werden, wenn Taschengeld gezahlt wird?
Klaus Röttgen: Es sollten von vornherein Regeln festgesetzt werden. Beispielsweise sollten Eltern und Kinder vereinbaren, wann und für welchen Zeitraum das Taschengeld ausgezahlt wird. Die Eltern müssen sich an diese Vereinbarungen halten. Sie dürfen das Taschengeld weder häufiger auszahlen noch kürzen. Es darf nicht als Straf-, Druck- oder Erpressungsmittel benutzt werden. Auch sollten Eltern Kommentare wie "Was hast du dir da für einen Schmarrn gekauft?" unterlassen.














