Zusammenarbeit von Hauptschule und Berufsschule
Den Übergang erleichtern
Seit drei Jahren kooperieren die Hauptschule Neustadt und die Berufsschule Kelheim. Ziel dieser Zusammenarbeit ist, die Berufsorientierung der Jugendlichen zu verbessern und ihnen den Übergang von der Haupt- auf die Berufsschule zu erleichtern.

- Durch die Kooperation soll der Übergang von der Haupt- auf die Berufsschule erleichtert werden.
Auf lange Sicht sollen mit der Kooperation der beiden Schulen die Zahlen der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz und der Ausbildungsabbrecher reduziert werden. Nicht zuletzt müssen auch die Lehrkräfte wissen, was an den jeweiligen Schulen gefordert wird. Harald Wintersberger von der Hauptschule Neustadt und Hubert Ramesberger (StR) von der Berufsschule Kelheim haben planet-beruf.de erzählt, wie diese Zusammenarbeit in der Praxis aussieht.
Peer-to-peer - Berufschüler/innen informieren Hauptschüler/innen
"In erster Linie geht es uns darum, die Jugendlichen in Ausbildung zu bringen. Dafür führen wir in der 7. Klasse einen Infotag, eine Art Messe an der Berufsschule Kelheim durch. Die Berufsschüler stellen den Hauptschülern an selbst gestalteten Messeständen ihre Berufe vor," erklärt Harald Wintersberger den ersten bereits realisierten Baustein ihres Kooperationskonzeptes. Dabei wird auf die "peer-to-peer-Education" gesetzt: "Durch den geringen Altersunterschied ist die Hemmschwelle der Schüler, miteinander ins Gespräch zu kommen, nicht so groß." Der Großteil der Vorbereitung liegt für diese Aktion bei der Berufsschule, wie auch Hubert Ramesberger bestätigt: "Die Berufsschüler melden sich freiwillig für diese Messe. Im Vorfeld bereite ich sie darauf vor und erkläre ihnen, dass sie so etwas wie Berufsberater sind und dazu beitragen können, dass ihr Beruf weiterhin floriert. Es ist erstaunlich, wie unsere Berufsschüler bei dieser Veranstaltung über sich hinaus wachsen."
Huckepack in die Berufsschule

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PrivatHarald Wintersberger, Hauptschule Neustadt.
Damit die Schüler/innen der 8. Klassen einen Einblick in das Unterrichtsgeschehen an der Berufsschule gewinnen können, sind zum einen eine "Unterrichtsmitschau", zum anderen ein "Huckepacksystem", bei dem ein/e Hauptschüler/in eine/n Berufsschüler/in einen Tag in der Berufsschule begleitet, in Planung.
Über die Plattform HuBiK (siehe Infokasten) wird die Berufsschule Kelheim Unterrichtseinheiten in bestimmten Berufsfeldern bekanntgeben, für die sich die Schüler/innen der Volks- und Hauptschulen, den zukünftigen Mittelschulen, online anmelden und die sie dann besuchen können. Dafür ist besonders an der Berufsschule ein theoretischer Vorlauf nötig, um Lehrkräfte anzuwerben, die bereit sind, ihren Unterricht für die Hauptschüler/innen zu öffnen.
Auch mit dem Huckepacksystem möchten die beiden Schulen neue Wege beschreiten: "Geplant ist, dass die Hauptschüler/innen während ihres Betriebspraktikums einen Auszubildenden aus dem Praktikumsbetrieb einen Tag an die Berufschule begleiten, sozusagen als 'Schattenberufsschüler/innen'. Wir sind gespannt, wie das funktionieren wird, denn alle Beteiligten müssen damit einverstanden sein. Solche Sachen muss man einfach ausprobieren. Am Ende sieht man, ob der Erfolg einem Recht gibt oder was man anders machen muss", beschreibt Harald Wintersberger seine Arbeit.

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PrivatHubert Ramesberger (StR), Berufsschule Kelheim.
Für die Unentschlossenen…
Schüler/innen, die zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe noch unschlüssig sind, welchen Beruf sie ergreifen möchten, sollen ab dem Schuljahr 2011/2012 Besuch von Berufsschüler/innen der Berufsschule Kelheim bekommen: Diese werden ihnen bei einer Infoveranstaltung Tipps geben, welche Firmen ausbilden, wie die Anforderungen in ihrem Berufsfeld sind usw. Dafür müssen die Klassenleiter/innen der 9. Klassen bei ihren Schüler/innen abfragen, für welches Berufsfeld grundsätzliches Interesse besteht und die passenden Auszubildenden bzw. Berufsschüler/innen anfordern.
Partnerschaft für einen langen Weg
Für Niederbayern bilden Harald Wintersberger als Hauptschullehrer und Hubert Ramesberger als Berufsschullehrer ein "Multiplikatoren-Tandem" um das HuBiK-System bekannt zu machen. "Für unsere eigene Zusammenarbeit haben wir uns Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Wir machen vielleicht kleine Schritte. Diese sind dafür aber nachhaltig, konzentriert und gut durchdacht," sind sich die beiden einig.
HuBiK
"Hauptschule und Berufsschule in Kooperation", kurz HuBiK heißt die Initiative, die von der Regierung Mittelfranken ins Leben gerufen wurde, die bayernweit Lehrkräfte aus Hauptschulen und Berufsschulen zusammenführt. In Multiplikatoren-Tandems werden hier verschiedene Formen der Kooperation ausgearbeitet, weiterentwickelt und gelebt. Auf der Online-Plattform können sich Schüler/innen auch für Praktika und weitere Schnupperveranstaltungen anmelden.
Mehr Infos: www.baldamus.info














