Zweijährige Ausbildung und weiter
2 + 1 oder: Nach der zweijährigen Ausbildung geht's weiter
Ob Verkäufer/in, Fachkraft im Gastgewerbe oder Fachlagerist/in - zweijährige Ausbildungen gibt es viele. In einigen davon kann man noch ein drittes und manchmal ein viertes Ausbildungsjahr absolvieren. planet-beruf.de hat nachgefragt, was das bringt.
Kommissionieren
Die Kommissionierung ist eine wichtige Tätigkeit in den Berufen Fachlagerist/in und Fachkraft für Lagerlogistik.
Beim Kommissionieren stellen die Fachleute die Waren aus dem Lager zusammen, die ein Kunde bestellt hat. Sind alle gewünschten Artikel zusammengestellt, können sie verpackt und an den Kunden versendet werden.
"Ich hab zwei Jahre die Ausbildung zur Fachlageristin gemacht", erzählt Martina. "Dann hat mir mein Ausbildungsbetrieb angeboten, dass ich das dritte Jahr anhängen kann, wenn ich will." Und die 17-Jährige wollte.
Als zukünftige Fachkraft für Lagerlogistik lernt sie, wie man Waren lagert, wie man sie kommissioniert (siehe Infobox), verpackt und versendet. Die Auszubildende kümmert sich beispielsweise um Stoßdämpfer und Kupplungen, denn ihr Betrieb stellt technische Bauteile für PKWs, LKWs, Busse und andere Fahrzeuge her.
Zweijährige oder dreijährige Ausbildung - was ist anders?

- Ein Fachlagerist bei der Arbeit.
Worin liegen die Unterschiede zwischen einer zweijährigen und einer dreijährigen Ausbildung? "Der Beruf Fachlagerist ist leichter", erklärt Martina. Wer diesen Ausbildungsberuf wählt, muss weniger rechnen und benötigt nur grundlegende Computerkenntnisse. Der Berufsschulstoff im ersten und zweiten Ausbildungsjahr ist jeweils gleich.
"Das dritte Lehrjahr ist eine Vertiefung", weiß die 17-Jährige. Hier lernen die Auszubildenden zusätzliches Fachwissen und erweitern ihre Kenntnisse. Darum ist die Abschlussprüfung anspruchsvoller.
Nach der ersten Ausbildung geht’s weiter
Das Logistikunternehmen, bei dem Martina ihre Ausbildung absolviert, hat ihr angeboten, mit einer zweijährigen Berufsausbildung zu beginnen. "Der Betrieb wollte, dass man erst Fachlagerist lernt", erinnert sie sich. "Wenn man es gut schafft, kann man das dritte Jahr anhängen."
Martina zeigte so gute Leistungen, dass das Unternehmen ihr riet, sofort weiterzumachen. Das muss aber nicht sein. Nach der zweijährigen Ausbildung kann man erst einige Jahre arbeiten. Auch später haben ausgelernte Fachleute noch die Möglichkeit, sich in dem zusätzlichen Ausbildungsjahr weiterzuqualifizieren.

- Auch als Fachkraft im Gastgewerbe kann man nach zwei Jahren weiterlernen.
Was passt zu wem?
Gerade für schwächere Schülerinnen und Schüler, die sich in der Schule unwohl fühlen, ist eine zweijährige Ausbildung geeignet. Wer in der Ausbildung merkt, dass ihm das Lernen an der Berufsschule Spaß bereitet, kann sich anschließend entscheiden, weiterzumachen.
Realschüler/innen mit mittlerem Bildungsabschluss sollten dagegen gleich mit einer dreijährigen Ausbildung beginnen. Wer sich unsicher ist, welche Ausbildungsform für ihn geeignet ist, kann sich an die Berufsberatung oder eine Berufsschule wenden.
Zwei Berufe in einem - das gibt Pluspunkte im Berufsleben
Martina hat sich dafür entschieden weiterzulernen. Ihr gefällt die Abwechslung in ihrem Beruf: "Man kommt in alle Bereiche und es gibt immer etwas anderes zu tun." Auf diese Weise möchte sie auch ihre Berufschancen verbessern: "Wenn man sich später bewirbt, hat man zwei Ausbildungsberufe in einem. Das ist nicht schlecht."
Wer eine dreijährige Ausbildung in der Tasche hat, kann sich später zum Meister oder zur Meisterin weiterbilden. Das könnte sich die 17-Jährige gut vorstellen.
Hier geht's weiter
Eine Liste der zweijährigen Ausbildungsberufe, an die man noch ein oder zwei weitere Ausbildungsjahre anhängen kann, findest du hier:
Übersicht der zweijährigen Ausbildungsberufe mit Fortsetzungsmöglichkeit













