Interview: Produkte mit Zukunft und gute Berufsperspektiven

Gute Aussichten in der Glasbranche

Die Glasbranche hält viele Berufsmöglichkeiten bereit. Julian Henning ist Leiter der Abteilung Sozialpolitik im Bundesarbeitsgeberverband Glas und Solar e.V. Er berichtet über die Karrierechancen und Zugangsvoraussetzungen für Auszubildende. 

Ein Auszubildender zum Flachglastechnologen.
Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V.
Mithilfe von Maschinen können Glasplatten bzw. -scheiben transportiert und bearbeitet werden.
Porträtbild des Interviewpartners.
Bundesarbeitgeberverband Glas und Solar e.V.
Julian Henning sieht für Auszubildende in der Glasbranche gute Perspektiven und eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

planet-beruf.de: Welche Berufe bilden Sie in der Glasindustrie aus?

Julian Henning: Es gibt viele unterschiedliche Berufsbereiche in der Branche. Man kann sowohl in der Produktion als auch in einer technischen Abteilung arbeiten oder im kaufmännischen Bereich. Es gibt glasspezifische Berufe, wie z.B. den/die Verfahrensmechaniker/in Glastechnik, der/die die Glasproduktion von Anfang bis Ende begleitet. Aber auch technische Berufe wie z.B. Mechatroniker/in, Industriemechaniker/in oder Maschinen- und Anlagenführer/in werden gebraucht, um die Produktion am Laufen zu halten. Im kaufmännischen Bereich oder der Entwicklung sind Industriekaufleute oder Technische Produktdesigner/innen gefragt.

Die Glasbranche bietet Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Interessen optimale Voraussetzungen für eine duale Berufsausbildung.

planet-beruf.de: Was ist das Besondere an der Arbeit mit Glas?

Julian Henning: Glas ist im täglichen Gebrauch überall vertreten. Flachglasprodukte wie z.B. Spiegel, Fenster- oder die Windschutzscheiben am Auto. Im Hohlglasbereich werden z.B. Trinkgläser, Flaschen und Medizinverpackungen hergestellt. Des Weiteren gibt auch Filter oder Dämmstoffe aus Glas. Damit bietet die Glasbranche für junge Menschen mit Interesse an Technik, Computer, Organisation und Entwicklung viele berufliche Einstiegsmöglichkeiten und Perspektiven.

planet-beruf.de: Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Julian Henning: Nach der Ausbildung kann man in vielen Bereichen eingesetzt werden. Bei der Weiterbildung gibt es zwei Bereiche: In innerbetrieblichen Spezialisierungslehrgängen kann man sich in speziellen Verfahren, Computerprogrammen und Soft Skills wie Personalführung oder Teamarbeit weiterbilden.

Dann gibt es Weiterbildungen zum/zur staatlich geprüften Techniker/in oder Industriemeister/in. Zusätzlich kann man auch Fachrichtungen wie z.B. Glashüttentechnik, Glasgestaltung oder Glas- und Fensterbautechnik wählen. Junge Fachkräfte sind im Glasbereich extrem hoch qualifiziert und spezialisiert. Aber alle Weiterbildungen sind natürlich der Grundstein um in die mittlere oder höhere Führungsebene aufzusteigen.

Eine Frau arbeitet mit einem Mikroskop.
Auch eine Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in der Fachrichtung Glastechnik ist nach der Ausbildung möglich.

planet-beruf.de: Welche aktuellen Entwicklungen gibt es in der Glasbranche?

Julian Henning: Die Zukunft sieht sehr gut aus. Vor allem in der aktuellen Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatte wird oft noch nicht berücksichtigt, dass Glas ein sehr nachhaltiges Produkt ist. Dies rückt heute immer mehr in das Bewusstsein der Menschen. Die Glasflasche lässt sich z.B. sehr gut recyceln oder dient als wiederverwendbare Verpackung für Lebensmittel. Glas ist damit aus dieser Sicht ein absolutes Trendprodukt.

Ein weiterer Vorteil ist die Ansiedlung von Glasunternehmen in ländlichen Regionen. Schüler/innen finden regional einen Ausbildungsplatz, der gut und schnell zu erreichen ist, auch ohne das elterliche Umfeld zu verlassen.

Auf dem Ausbildungsstellenportal "Zukunft im Glas" kann man sich über Ausbildungsplätze und Studiengänge in der Region informieren. Zudem gibt es Filmmaterial und Infos zu den beliebtesten Berufen in der Glasbranche.