Angebote für Jugendliche mit Lernbehinderung

Mit Lernbehinderung in die Ausbildung

Die Agentur für Arbeit unterstützt Jugendliche mit Lernbehinderung dabei, eine reguläre Ausbildung aufnehmen und abschließen zu können. Wenn diese Förderung nicht erfolgreich ist, gibt es die Option der außerbetrieblichen Berufsausbildung.

Porträt von Kirstin Suder
Privat
Kirstin Suder, Mitarbeiterin im Team Reha/SB der Agentur für Arbeit Flensburg

Kirstin Suder, Mitarbeiterin im Team Reha/SB der Agentur für Arbeit Flensburg hat mit planet-beruf.de über die verschiedenen Förderangebote für Jugendliche mit Lernbehinderung gesprochen.

planet-beruf.de: Wie werden Jugendliche mit Lernbehinderung bei der Vermittlung in eine reguläre duale Ausbildung unterstützt?

Kirstin Suder: Wenn bei den Jugendlichen Ausbildungsreife vorliegt und der Berufswunsch konkret und realisierbar ist, nehmen wir ein Bewerberprofil auf und beziehen dieses in die Ausbildungsstellenvermittlung ein. Außerdem haben wir einen Spezialisten im Arbeitgeberteam, der sich mit den Bewerbungsunterlagen gezielt auf die Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen begibt.

planet-beruf.de: Welche Unterstützung bieten Sie Jugendlichen mit Lernbehinderung, die z.B. während der Berufsausbildung Probleme mit dem Lernstoff haben?

Kirstin Suder: Jugendliche mit Lernbehinderung können während ihrer ersten Ausbildung in einem Betrieb oder einer betrieblichen Einstiegsqualifizierung ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) beantragen. In der Praxis sind abH hauptsächlich Förder- und Stützunterricht sowie sozialpädagogische Begleitung. Der Förderunterricht wird individuell an die Bedürfnisse des Jugendlichen angepasst. Bei sonstigen Problemen im Betrieb vermittelt ein Sozialpädagoge bzw. eine Sozialpädagogin zwischen Betrieb und Jugendlichen.

planet-beruf.de: Wie können ausbildungsbegleitende Hilfen beantragt werden?

Kirstin Suder: Die Jugendlichen beantragen ausbildungsbegleitende Hilfen bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Jugendliche mit einer Lernbehinderung werden in der Regel vorher im Beratungsgespräch informiert, dass es sinnvoll wäre, die Ausbildung mit abH zu unterstützen.

planet-beruf.de: Wann kommt eine Außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) in Frage?

Kirstin Suder: Wenn Jugendliche zwar ausbildungsreif sind, aber aufgrund der Lernbehinderung besondere Unterstützung notwendig ist. Auch wenn ausbildungsbegleitende Hilfen nicht ausreichen würden und eine reguläre Ausbildung im Betrieb nicht möglich bzw. nicht erfolgversprechend sein wird, dann könnte eine außerbetriebliche Berufsausbildung in Betracht kommen.

Eine Frau zeigt einem Jugendlichen, wie man Speisen auf einem Teller anrichtet.
Bei einigen Ausbildungsberufen ist eine Ausbildung zum Fachpraktiker/zur Fachpraktikerin möglich.

planet-beruf.de: Was versteht man unter einer "theoriereduzierten Ausbildung"?

Kirstin Suder: Es gibt einige Ausbildungsberufe, bei denen aufgrund einer Lernbehinderung eine Ausbildung zum Fachpraktiker/zur Fachpraktikerin - früher Werkerausbildung genannt - möglich ist. Beispielsweise ist die zum Koch passende Ausbildung der Beikoch. Der Unterrichtsstoff der Berufsschule ist bei dieser Ausbildung einfacher. Die Ausbildungsmöglichkeiten auf Werkerniveau sind regional unterschiedlich. Voraussetzung für eine solche Ausbildung ist der Test beim Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit, den der Berater nach einem Beratungsgespräch einschalten kann.

planet-beruf.de: Wie werden die Betriebe bei der Ausbildung von Jugendlichen mit Lernbehinderung unterstützt?

Kirstin Suder: Wenn Betriebe Jugendliche mit Lernbehinderung ausbilden, können sie einen Ausbildungszuschuss erhalten. Damit soll der erhöhte Aufwand, der z.B. im Rahmen der Anleitung entsteht, ausgeglichen werden.

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Stand: 25.02.2014