Interview: Unsere Schule fördert freiwilligen Einsatz

Fürs Leben lernen

Katrin Göths koordiniert seit drei Jahren das Freiwillige Soziale Schuljahr (FSSJ) an der Mittelschule Zirndorf. Die Schülerinnen und Schüler profitieren von ihrem Engagement sowohl persönlich als auch beruflich.

Mädchen räumt Bücher in ein Regal.
Das FSSJ bietet ganz verschiedene Einsatzmöglichkeiten.
Porträtbild der Interviewpartnerin
privat
Förderlehrerin Katrin Göths koordiniert das FSSJ an ihrer Schule.

planet-beruf.de: Was ist ein Freiwilliges Soziales Schuljahr?

Katrin Göths: Die Schüler/innen engagieren sich in ihrer Freizeit etwa zwei Stunden pro Woche in sozialen, ökologischen oder kulturellen Einrichtungen. Über das Schuljahr verteilt benötigen sie 60 Stunden, um das FSSJ zertifiziert zu bekommen. Das spiegelt  die Verbindlichkeit des Engagements wider.

planet-beruf.de: Was ist Ihre Aufgabe als Koordinatorin?

Katrin Göths: Ich bin Ansprechpartnerin für Schüler/innen und Lehrkräfte. Anfang des Schuljahres informiere ich über das Projekt. Später begleite ich unsere Freiwilligen bei Fragen oder Problemen und stehe auch mit den Einsatzstellen in Kontakt. Zusätzlich veranstalte ich vier Treffen für alle Freiwilligen, bei denen wir uns austauschen und die Erfahrungen reflektieren.

planet-beruf.de: Wer organisiert die Einsatzstellen?

Katrin Göths: Die Kontakte akquiriert das örtliche Jugendhaus, das mit uns und einer weiteren Schule zusammenarbeitet. Die Schüler/innen machen aber auch selbst Vorschläge. Ein Schüler hatte sich z.B. bereits bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert und absolvierte dort auch sein FSSJ. Besonders beliebt ist die Arbeit in Seniorenheimen und Kindergärten.

planet-beruf.de: Wie groß ist der Zuspruch der Schülerinnen und Schüler?

Katrin Göths: Es engagieren sich etwa zehn Schüler/innen pro Schuljahr. Wir bieten das FSSJ ab der 8. Klasse an. Einige haben zu diesem Zeitpunkt bereits Ideen, was sie beruflich machen möchten. Da passt das FSSJ gut zur weiteren Orientierung. Gleichzeitig müssen die Schüler/innen noch nicht für die Abschlussprüfung lernen.

Rollator im Seniorenheim
Das Seniorenheim ist ein beliebter Einsatzort bei den Schülerinnen und Schülern.

planet-beruf.de: Inwiefern unterstützt das FSSJ die Schüler/innen in ihrer Berufswahl?

Katrin Göths: Das FSSJ bietet den Schülerinnen und Schülern Orientierung. Manche entscheiden sich anschließend für einen sozialen Beruf, andere wissen wiederum, welche Tätigkeiten sie nicht manchen möchten. Wenn die Schüler/innen einen Berufswunsch haben, den wir mit unserem Angebot abdecken, rate ich ihnen immer, es im FSSJ auszuprobieren. Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen.

planet-beruf.de: Welche Soft Skills lernen die Schüler/innen durch das Projekt?

Katrin Göths: Man kann sehen, wie die Schüler/innen mit ihrem Ehrenamt wachsen. Sie werden selbstbewusster und eigenständiger, weil sie außerhalb der Schule eigenverantwortlich agieren müssen. Einmal haben Freiwillige sogar ein eigenes Projekt mit Kindern entwickelt und durchgeführt. Im Abschlussgespräch reflektieren wir zusammen mit den Einsatzstellen und den Freiwilligen, was sie besonders gut konnten und welche persönlichen Stärken sie auszeichnen. Das wird auch im Zertifikat aufgelistet.

Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ)

FSSJs und ähnliche Modelle werden von sozialen Trägern, aber auch Städten oder Gemeinden in ganz Deutschland angeboten oder können dort initiiert werden. Das Konzept wurde ursprünglich im Caritasverband Scheinfeld und Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim entwickelt (Neustädter Modell).

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Stand: 07.08.2019