Ausbildungsabbruch trotz fachlicher Eignung

Nicht so, wie ich's mir vorgestellt habe ...

Eine Ausbildung abzubrechen, sollte immer das letzte Mittel sein. Manchmal lässt es sich jedoch nicht verhindern. Anke Schütze, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Erfurt, spricht mit planet-beruf.de über die Gründe und mögliche Neuanfänge.

Ein Jugendlicher schlägt seine Hände über den Kopf zusammen.
Nicht verzagen! Die Berufsberatung unterstützt dich auch dann, wenn du dir unter deiner Ausbildung etwas anderes vorgestellt hast.

planet-beruf.de: Warum wollen manche Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle in ihrem Wunschberuf gefunden haben, diese Ausbildung wieder abbrechen?

Anke Schütze: Wir stellen fest, dass das hauptsächlich in der Probezeit passiert, wo das Kündigen sowohl auf der Seite der Jugendlichen als auch auf Seiten des Arbeitgebers ohne Grund möglich ist. Wenn die Jugendlichen zu uns zurückkommen, liegt es häufig an Unstimmigkeiten mit dem/der Ausbilder/in oder mit den Beschäftigten im Betrieb - dass die Chemie nicht stimmt. Manchmal ist es aber auch so, dass Jugendliche sich unter dem Beruf etwas anderes vorgestellt haben und dann merken, dass die Ausbildung doch nicht das beinhaltet, was sie erwartet und sich erhofft haben.

planet-beruf.de: Was raten Sie Jugendlichen, die überlegen, ihre Ausbildung abzubrechen?

Anke Schütze: Da, wo immer noch eine Möglichkeit besteht, ein Ausbildungsverhältnis aufrechtzuerhalten, tun wir auch alles dafür, es aufrechtzuerhalten. Es gibt aber Situationen, wo sich ein Ausbildungsabbruch nicht verhindern lässt. Wir von der Berufsberatung dürfen nicht in bestehende Ausbildungsverhältnisse eingreifen. Wir können aber Alternativen aufzeigen und auf andere Betriebe hinweisen, wo man seine Ausbildung eventuell fortsetzen könnte.

Porträt von Anke Schütze
Agentur für Arbeit Erfurt
Anke Schütze ist Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Erfurt.

planet-beruf.de: Und welchen Tipp haben Sie für jemandem, der sich nicht mehr umstimmen lässt, die Ausbildung fortzuführen?

Anke Schütze: Ein gutes Angebot für jemanden, der die Ausbildung z.B. aufgrund eines Neigungswechsels abgebrochen hat, sich also unter dem Beruf und unter den Bedingungen etwas komplett anderes vorgestellt hat, ist die sogenannte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB). Man hat dort noch mal die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern und ein Praktikum zu machen. Dann kann man am Ende sagen: "Okay, meine Entscheidung ist jetzt getroffen, ich weiß jetzt, worum es geht." Und dann klappt es im zweiten Versuch!

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Stand: 23.10.2013
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Berufsvorbereitende Angebote als Starthilfe

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB)

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