Unterstützung: Assistierte Ausbildung

Unterstützung tut gut!

Pierre und Ahmad sind beide im ersten Ausbildungsjahr. Pierre wird Tiefbaufacharbeiter, Ahmad Tischler. Beide nehmen an der Assistierten Ausbildung teil. Das heißt, sie werden dabei unterstützt, ihre Ausbildung erfolgreich zu meistern.

Ein Ausbilder und ein Auszubildender begutachten ein Werkstück.
Peter Dörfel
Bei einer Assistierten Ausbildung wirst du von einem Ausbildungsbegleiter oder einer Ausbildungsbegleiterin unterstützt.

Zusatzunterricht nach Bedarf

Einmal in der Woche bekommt Pierre zusätzlichen Unterricht, um Berufsschulinhalte zu vertiefen.

"Wenn mir in der Berufsschule etwas zu schnell geht, dann lasse ich es mir im Zusatzunterricht noch einmal erklären oder übe es. Ich habe bei der Assistierten Ausbildung einen festen Ansprechpartner, bei dem kann ich mich immer melden. Und wenn zum Beispiel Prüfungen anstehen, kann ich mit ihm vereinbaren, dass ich auch mehr als einmal pro Woche Unterstützung bekomme", erzählt Pierre.

Im Betrieb hilft ihm sein Bauleiter, wenn er Fragen oder Schwierigkeiten hat.

Die eigene Entscheidung

Dass es die Möglichkeit der Assistierten Ausbildung gibt, hat Pierre von seiner Agentur für Arbeit erfahren.

"Zuerst wollte ich das nicht. Dann habe ich aber mit meinem Bauleiter darüber geredet. Und schließlich habe ich mich dafür entschieden, an der Assistierten Ausbildung teilzunehmen. Meine Ausbildung hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen."

Auf die Frage, wie lange die Assistierte Ausbildung dauert, antwortet Pierre: "Ich kann die Assistierte Ausbildung bis zum Ende der Ausbildung machen, wenn ich möchte. Im Moment ist die Unterstützung für mich auf jeden Fall hilfreich."

Assistierte Ausbildung – was ist das?

Die Assistierte Ausbildung (AsA) ist ein Angebot der Bundesagentur für Arbeit. Du machst eine normale duale Ausbildung und wirst dabei außerhalb der Arbeit im Betrieb, zusätzlich zum normalen Unterricht, von einer Ausbildungsbegleiterin bzw. einem Ausbildungsbegleiter unterstützt.

Ohne Zeugnis in der Tasche ist es schwierig

Ein Radlader bewegt Kies.
Peter Dörfel
In der Assistierten Ausbildung lernst du alle Fachinhalte deines Ausbildungsberufes und bekommst zusätzlich Unterstützung.

Die Gründe für eine Assistierte Ausbildung können ganz verschieden sein: Ahmad kommt aus Syrien und ist seit 2012 in Deutschland.

"Ich habe in meiner Heimat als Tischler gearbeitet, und auch in Griechenland, wo ich einige Zeit lebte, bevor ich nach Deutschland kam. In Deutschland habe ich auch versucht, einen Arbeitsplatz als Tischler zu bekommen. Aber das hat bei mir ohne ein Zeugnis über die Gesellenprüfung nicht geklappt."

Angekommen in Deutschland

Ahmad hat – wie auch Pierre – seinen Aubildungsbetrieb bei einem zweiwöchigen Praktikum kennengelernt. Von der Assistierten Ausbildung hat Ahmad von seinem Ausbilder erfahren. Gefragt, wie die Unterstützungsangebote aussehen, die er wahrnimmt, meint er:

"Normalerweise erhalte ich zweimal pro Woche zusätzlichen Unterricht, auch Deutschunterricht. Der Unterricht findet an einer Schule sowie an der Berufsschule bzw. in meinem Betrieb statt. Wenn ich mit den Hausaufgaben der Berufsschule Probleme habe, kann ich aber auch jederzeit damit kommen. In der Schule, an der ich die Unterstützung erhalte, gibt es sowohl deutsche als auch syrische Lehrer/innen."

Ahmads Fazit: "Die Assistierte Ausbildung hilft mir dabei, Deutsch zu lernen und meine Ausbildung zu schaffen. Wenn ich mit der Ausbildung fertig bin, kann ich dann endlich richtig arbeiten in Deutschland."

Das Wichtigste zur Assistierten Ausbildung

  • Welche Unterstützungsangebote gibt es?

Du hast eine/n feste/n Ansprechpartner/in, eine/n Ausbildungsbegleiter/in. An ihn/sie kannst du dich mit allen Problemen rund um die Ausbildung wenden.

  • Die Unterstützung ist genau auf dich zugeschnitten, z.B.:

    - wirst du bei der Suche nach einem Praktikums- und Ausbildungsplatz unterstützt

    - bekommst du regelmäßige Lernangebote und Beratung während der Ausbildung, z.B. ein- bis zweimal pro Woche

  • Kostet das etwas?

Nein, du musst für die Assistierte Ausbildung nichts bezahlen.

  • Du interessierst dich für eine Assistierte Ausbildung?

Dann sprich mit deinem Berufsberater/deiner Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, ob diese Maßnahme für dich sinnvoll ist.

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Stand: 03.05.2017
Berufe Entdecker
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