Job inside: Gleisbauer/in

Gleise verlegen geht nur im Team!

Tim ist als angehender Gleisbauer gerade am Berliner Ostkreuz eingesetzt. Mit seinen Kollegen verlegt er Schienen für die S-Bahn. Der 20-Jährige ist im zweiten Ausbildungsjahr und findet seine Ausbildung bei der SPITZKE SE im GVZ Berlin Süd sehr spannend.

Ein Drehkran zum Schienenlegen im Einsatz
SPITZKE SE
Für die Berliner S-Bahn montieren Tim und sein Team eine Weiche mithilfe eines Drehkrans.
Porträt von Gleisbauer Tim
SPITZKE SE
Tim gefällt die Arbeit im Freien.

Bei Wind und Wetter auf der Baustelle, Züge rattern vorbei - die Arbeit am wichtigsten Umsteigebahnhof in Berlin gefällt Tim gut. "Einen Bürojob, das könnte ich mir nicht vorstellen. Ich arbeite gerne draußen. Deshalb ist der Beruf echt passend für mich! Die körperliche Arbeit liegt mir auch. Und was ich gerade mache, find’ ich richtig cool", erzählt er begeistert.

Damit die Berliner S-Bahn rollt

Wie ein typischer Arbeitstag aussieht, beschreibt der junge Gleisbauer so: "Wir treffen uns um 20 Minuten vor 7 Uhr am Ostkreuz. Dort sind wir oft eingesetzt. Wir bauen die S-Bahn-Gleise und vieles, was mit der S-Bahn-Strecke zu tun hat. Zunächst besprechen wir, was zu tun ist. Dann bilden wir kleine Teams, entweder zu dritt oder zu viert. Wenn eine große Aufgabe ansteht, arbeiten wir alle zusammen mit 10 bis 12 Personen. Ein/e Polier/in und ein/e Vorarbeiter/in teilen uns ein und los geht’s", ergänzt Azubi Tim. "Wir holen das passende Werkzeug aus dem Hauptcontainer und nehmen es zum Einsatzort mit. Dort angekommen, verlegen wir z.B. Gleise neu oder wechseln bestehende Schienenstücke aus. Um 15.30 Uhr habe ich Feierabend."

Die Kolonne rückt an

Derzeit verlegen Tim und seine Kollegen ein Gleis vom Ostbahnhof zur Haltestelle Warschauer Straße. "Ein Meter Schiene wiegt 54 bis 60 Kilogramm. Wir verlegen kurze, aber auch sehr lange Schienenstücke mit bis zu 120 Metern Länge. Dazu braucht man unbedingt Bagger! Die stehen auf dem Gleis", berichtet Tim. "Die Baggerführer/innen,die Maschinistinnen bzw. Maschinisten ziehen die Schiene in die richtige Position und lassen sie dort ab. Wir verständigen uns dazu mit Handzeichen. Dann kommen die Gleisbauer/innen dran. Wir befestigen die Schiene auf den Schwellen und verbinden sie mit dem Stück Schiene, das davor und dahinter liegt. Gleise verlegen funktioniert nur im Team. Bei uns ist das die sogenannte Kolonne. Sie besteht aus den Maschinistinnen bzw. Maschinisten, Gleisbauerinnen und Gleisbauern sowie einem/einer Polier/in und einem/einer Vorarbeiter/in."

Gleise und Weichen
Kai Hartmann
Ein Meter Schiene wiegt 54 bis 60 Kilogramm.

Schwellen richten mit dem "Mammut"

Beim Zusammensetzen der Schienenstränge kommt es auf jeden Millimeter an. Stellen die Gleisbauer/innen fest, dass etwas nicht passt, müssen sie nachbessern. Doch wie ist das möglich, wenn die sehr schweren Schienenstücke bereits verlegt sind? "Dafür gibt es eine Spezialmaschine, die bei uns 'das Mammut' heißt", erläutert Tim. "Damit werden die Schienen angehoben, sodass die darunterliegenden Betonschwellen frei sind und wir sie auf dem Untergrund verrücken können. Und da ich einen Führerschein habe, kann ich diese Maschine mit Einweisung schon bedienen."

Gut ausgerüstet, körperlich fit und mobil

Helm, Schutzbrille, Ohrenschützer, Handschuhe, Sicherheitsschuhe, eine orangefarbene Warnweste oder Jacke und eine entsprechende Hose, das ist Tims Arbeitskleidung. Zu seinen Arbeitsgeräten zählen neben der Trennschleifmaschine auch der große Handschlüssel, mit dem er Schienenschrauben lösen kann und die Brechstange, die er z.B. für Abbrucharbeiten am Bahnsteig braucht. "Für meinen Beruf sollte man körperlich fit und natürlich teamfähig sein", rät Tim, in dessen Adern Eisenbahnerblut fließt, wie er lachend bemerkt. Außerdem muss Tim in seiner Ausbildung mobil sein. Im Wechsel fährt er regelmäßig zur Berufsschule, zum Ausbildungsbetrieb südlich von Berlin und zur überbetrieblichen Ausbildungsstätte nach Halle an der Saale.

Die Zukunft auf die Schiene setzen

Tim legt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres seine Abschlussprüfung als Tiefbaufacharbeiter ab. Nach dem dritten Ausbildungsjahr hat er den Abschluss als Gleisbauer in der Tasche. Die Ausbildungsleiterin in seinem Betrieb hat er schon gefragt, wie es danach weitergehen kann. Er überlegt, die Vorarbeiterschule zu besuchen oder einen höheren Schulabschluss zu erwerben.

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Gleisbauer/innen bauen, erneuern und unterhalten Schienennetze. Sie kontrollieren Gleisanlagen, verlegen Gleise und Weichen und erneuern Gleisbetten.

Ausbildungsform: duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

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Stand: 02.05.2018
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