Job inside: Mechatroniker/in

Industrie 4.0 mitgestalten

Ob Roboter oder vollautomatisierte Anlagen - als angehende Mechatroniker bei der KUKA AG in Augsburg sind Joshua, Thomas und Patrick ganz dicht dran an der vierten industriellen Revolution. Begeistert erzählen sie planet-beruf.de von ihrer Ausbildung.

Ein Auszubildender steuert per Fernbedienung ein gebautes Roboterteil.
Greifer, die vorne am Arm eines Roboters montiert werden, braucht man z.B. in der Automobilindustrie.

planet-beruf.de: Bei euch im Werk werden u.a. Robotersysteme hergestellt. Könnt ihr uns etwas mehr darüber erzählen?

Patrick: Wir lernen, Roboter aus einzelnen Bauteilen zusammenzubauen, aber auch wie man sie repariert. Dazu muss man sie wieder auseinandernehmen. Außerdem bauen wir sogenannte Greifer, die vorne am Arm eines Roboters montiert werden. Die braucht man z.B. beim Automobilbau.

Thomas: Wir bauen auch Steuerungen für Roboter, mit denen sie bedient werden. Außerdem lernen wir, wie Roboter programmiert werden.

planet-beruf.de: Aber Roboter ist nicht gleich Roboter, oder?

Joshua: Es gibt tatsächlich verschiedene Arten von Robotern. Industrieroboter, die fest in einer Produktionsanlage installiert sind und z.B. in der Automobilindustrie verwendet werden. Dann gibt es Roboter, die sich selbstständig bewegen und handeln können. Mittlerweile geht der Trend zu sensitiven Robotern. Das bedeutet, sie reagieren auf den Menschen und man kann sie per Hand führen.

planet-beruf.de: Arbeitet ihr jetzt nur noch mit einem Tablet-PC in der Hand?

Patrick: Ganz sicher nicht! Im ersten Ausbildungsjahr haben wir uns in der Ausbildungswerkstatt mit Feilen, Bohren, Fräsen und Schweißen beschäftigt. Das sind die klassischen handwerklichen Grundkenntnisse der Metallbearbeitung, die in unserem Beruf heute noch genauso wichtig sind wie früher. Darüber hinaus erlernt man Kenntnisse in der Elektroinstallation sowie elektrotechnische Grundkenntnisse wie die Ansteuerung von Motoren.

Porträt von Joshua, Thomas und Patrick.
KUKA AG
Joshua, Thomas und Patrick stecken schon mittendrin in der Digitalisierung: Sie bauen Roboter aus einzelnen Bauteilen zusammen.

planet-beruf.de: Stichwort digitale Revolution. Da steckt ihr schon mittendrin. Inwiefern?

Joshua: Wenn man im Freundeskreis über Industrie 4.0 redet, können sich die wenigsten darunter etwas vorstellen. Das ist bei uns natürlich anders. Wir haben bei uns eine Produktionsanlage, die Roboterteile fertigt und nach dem Prinzip 4.0 arbeitet. Das bedeutet, dass die Anlage sich mithilfe von Künstlicher Intelligenz selbst wirksamer machen kann. Das mitgestalten zu können, freut mich sehr. Zu dem Thema gehört aber auch, dass sich in relativ kurzen Zeiträumen immer ziemlich viel ändert. Man muss sich z.B. in neue Steuerungen einarbeiten. Es kommt also darauf an, am Ball zu bleiben, immer dazuzulernen - und das tagtäglich.

planet-beruf.de: Werdet ihr selbst auch schon bei der Arbeit durch Roboter unterstützt?

Thomas: Ich war einmal in einer Abteilung, in der eine fast allein arbeitende Anlage für die Montage von Roboterteilen installiert wurde. Aber diese Zusammenarbeit steht im Roboterbau noch am Anfang.

Patrick: Was wir schon haben, ist ein vollautomatisierter Gabelstapler. Er holt die fertigen Roboter ab und bringt sie in die Endkontrolle. Dabei fährt er alleine durch die Hallen. Eine eingebaute Gefahrensensorik sorgt dafür, dass er anhält, wenn ein Hindernis im Weg steht.

planet-beruf.de: Ein Roboter als Kollege - wie ist das so?

Joshua: Wir arbeiten nicht tagtäglich neben einem Roboter. Das ist alles noch im Aufbau. Aber grundsätzlich ist es für uns, die wir bei Kuka arbeiten, die selbst Roboter herstellt, kein Problem, mit einem Roboter zusammenzuarbeiten.

Patrick: Es ist eher faszinierend, wenn man in der eigenen Produktion sieht, was man selbst geschaffen hat, was die eigene Firma erfunden und hergestellt hat. Und was alles möglich ist in der modernen Technik.

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Mechatroniker/innen bauen aus mechanischen, elektrischen und elektronischen Bestandteilen komplexe mechatronische Systeme, z.B. Roboter für die industrielle Produktion. Sie stellen die einzelnen Komponenten her und montieren sie zu Systemen und Anlagen. Fertige Anlagen nehmen sie in Betrieb, programmieren sie oder installieren zugehörige Software.

Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3,5 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.