Job inside: Milchtechnologe/-technologin

Von wegen Milchbubi

Als angehender Milchtechnologe weiß Klaus ganz genau, worauf es bei der Herstellung von Milchprodukten ankommt. Im Interview verrät er euch, wie man Mozzarella herstellt und warum er seinen Beruf so spannend findet.

Eine junge Milchtechnologin öffnet einen Milchbehälter.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - die Qualität der Milchprodukte wird laufend geprüft.
Porträt von Milchtechnologe Klaus
Klaus ist fasziniert von allem, was aus Milch entsteht.

planet-beruf.de: Wie bist du auf deinen Beruf gekommen?

Klaus: Über eine Job-Speed-Dating-Messe. Dabei habe ich unter anderem die Bayerische Milchindustrie e.G. kennengelernt, wo ich jetzt arbeite. Ich konnte mir erst nichts unter dem Beruf vorstellen. Ich muss heute noch vielen Menschen erklären, was ich eigentlich mache. Nachdem ich mich über den Beruf informiert hatte, fand ich ihn aber sehr interessant. Jetzt bin ich im dritten Ausbildungsjahr.

planet-beruf.de: Was sind deine Aufgaben?

Klaus: Hier in Ebermannstadt wird hauptsächlich Mozzarella und Edelpilzkäse hergestellt. In der Produktion lege ich z.B. Mozzarella in die Verpackung ein. Während die Maschinen arbeiten, kontrolliere ich laufend die Qualität der Milch und der Käsespezialitäten. Der Edelpilzkäse wird in Formen abgefüllt und am nächsten Tag nehme ich die Käselaibe aus der Form und lege sie zum Lagern auf Horden, das sind spezielle Gestelle. Darauf fahre ich den Käse dann in ein Salzbad. Dort bleibt er je nach Sorte ca. zwei Tage. Nach etwa zwei Wochen Reifung ist der Käse auch außen mit Edelschimmel überwachsen. Dieser wird aus optischen Gründen wieder entfernt. Dazu wasche ich den Käse. Bei Störungen der Käsereimaschinen und sonstigen Produktionsmaschinen muss ich die Anlagen überprüfen und die Störungen beseitigen.

Eine junge Milchtechnologin stellt eine Anlage ein.
Käsereimaschinen richtig einstellen und bei Bedarf warten - dazu ist technisches Verständnis vonnöten.

planet-beruf.de: Was magst du ganz besonders an deinem Beruf?

Klaus: Jeder schüttet sich morgens Milch in den Kaffee oder ins Müsli, aber wer weiß schon, was genau H-Milch ist? Was ich mag, ist das Wissen, das ich in dieser Ausbildung über so etwas Alltägliches wie Milch oder Käse bekomme. Bei Gorgonzola sieht man den Schimmel z.B. in Form einer Linie. Die entsteht, weil der Käse von oben und von unten mit Nadeln gestochen wird. In diesen Luftkanälen kann während der Reifung der Schimmel wachsen. Ist doch interessant, oder?

planet-beruf.de: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse muss man für deinen Beruf mitbringen?

Klaus: Man muss flexibel sein, was die Arbeitszeiten betrifft - manchmal muss man bei Schichtarbeit sehr früh anfangen. Sorgfalt spielt bei uns eine große Rolle, man muss Hygienevorschriften und Rezepturen immer einhalten. In der Produktion läuft alles Hand in Hand - Teamfähigkeit ist hier wichtig. Manche Arbeiten sind körperlich anstrengend, z.B. Käsestapel aus dem Kühlraum holen. Wer fit ist, ist im Vorteil. Aber das bleibt man auch, wenn man gesunde Milchprodukte isst. (lacht)

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Milchtechnologen und -technologinnen verarbeiten Rohmilch zu Milchprodukten. Außerdem führen sie Qualitätskontrollen durch, verpacken Milch und Milcherzeugnisse und lagern sie.
Ausbildungsform: Die duale Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt.
Dauer: Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Mit einem mittleren Bildungsabschluss stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz gut.
Nach der Ausbildung: Du kannst eine Weiterbildung zum/zur Molkereimeister/in oder zum/zur Techniker/in der Fachrichtung Milchwirtschaft und Molkereiwesen machen. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich, z.B. mit einem eigenen Milch verarbeitenden Betrieb.

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Stand: 29.01.2016