Job inside: Tiefbaufacharbeiter/in Schwerpunkt Kanalbau

Wichtige Arbeit im Untergrund

Kevin (19) hat eine Ausbildung als Tiefbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt Kanalbauarbeiten bei der Kamü Bau GmbH in Bremen gemacht. Der Tiefbau spielt eine wichtige Rolle bei der Ver- und Entsorgung in unseren Städten und Gemeinden, erzählt er im Interview.

Ein Bagger auf einer Baustelle
Im Tiefbau kommt auch schweres Gerät zum Einsatz.

planet-beruf.de: Der Tiefbau ist in deiner Familie fast ein Traditionsberuf, oder?

Kevin: Ja, bereits mein Großvater und auch mein Vater haben als Kanalbauer gearbeitet. Deshalb wollte ich immer im Bereich Tiefbau arbeiten. Eine Welt ohne Tiefbaufacharbeiter/innen wäre kaum denkbar. Es gäbe keinen Strom, kein Wasser, keine guten Straßen und auch für Gebäude muss vorher ein festes Fundament vorhanden sein. Das finde ich das Spannende an dem Beruf.

planet-beruf.de: Was ist der Unterschied zwischen Tiefbaufacharbeiter/in und Kanalbauer/in?

Kevin: Ich habe zunächst die zweijährige duale Ausbildung als Tiefbaufacharbeiter/in gemacht. Nach einem zusätzlichen Ausbildungsjahr habe ich gerade die Prüfung zum Kanalbauer bestanden. Es gibt auch andere Ausbildungen, die man an die Ausbildung zum/zur Tiefbaufacharbeiter/in anschließen kann, z.B. Straßenbauer/in oder Gleisbauer/in.

Porträt von Kevin
Die Ausbildung zum/zur Tiefbaufacharbeiter/in wird in fünf Schwerpunkten angeboten. Kevin hat sich für den Bereich Kanalbauarbeiten entschieden.

planet-beruf.de: Was sind die Aufgabengebiete eines Tiefbaufacharbeiters mit dem Schwerpunkt Kanalbau?

Kevin: Wir kümmern uns um Abwasser- und Versorgungsleitungen unter der Erde. Alle Rohre, die wir im Kanalbau verlegen, müssen nach Lageplan genau ausgemessen werden. Danach werden die Gräben ausgehoben, die müssen das richtige Gefälle und die richtige Tiefe haben. Wir verlegen viele verschiedene Arten von Rohren. Aus Beton, Eisen oder säurebeständigem Kunststoff - je nach Einsatzzweck. Hauptsächlich sind diese dazu da, Abwässer aufzufangen und abzuleiten.

planet-beruf.de: Gibt es besondere Schwierigkeiten?

Kevin: Ja, das Erdreich steckt vor allem in der Stadt voller Kabel, Rohre und Leitungen. Da muss man beim Aufgraben vorsichtig vorgehen, um keine Gas- oder Stromleitung zu beschädigen. Im Lageplan sollte alles eingetragen sein, allerdings kann man sich darauf nicht immer verlassen. Vieles liegt schon seit Jahrzehnten unter der Erde. Und es wird immer mehr benötigt, wie z.B. Glasfaserkabel oder bessere Rohrleitungen. Da gibt es auch in Zukunft viel zu tun.

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Tätigkeiten: Tiefbaufacharbeiter/innen führen je nach Ausbildungsschwerpunkt Straßen-, Rohrleitungs-, Kanal-, Gleis-, Brunnen- oder Spezialtiefbauarbeiten aus.
Ausbildungsform: Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk (geregelt durch Ausbildungsverordnung)
Ausbildungsdauer: 2 Jahre
Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.

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Reportage: Arbeiten auf und unter der Erde

Grafik: Wir arbeiten unter der Erde

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Stand: 29.06.2016
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